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die Kultur ganz neu ist, daß sie auch in Ostafrika nicht so sehr ausgebreitet ist und anscheinend meist nur bis zum Victoria-See reicht, und daß nebenbei der Name barazi vielleicht eine Verdrehung der alten indischen Bezeichnung ist (?), so glaube ich, daß viel Wahrscheinlichkeit dafür spricht, daß sie in Südasien heimisch war und nach Ostafrika in sehr alter Zeit, wohl durch die Perser (?), gebracht wurde. In Westafrika scheint sie aber auch recht lange in Kultur zu sein, leider fehlen mir alle Details darüber. Es kann aber vielleicht ebensogut sein, daß sie aus Afrika nach Indien eingeführt ist, doch scheint mir der afrikanische Ursprung der Pflanze einstweilen viel weniger wahrscheinlich als der asiatische. Wenn sie schon mit der Einwanderung der Urbantu aus ihrer östlichen Heimat nach Afrika eingeführt wäre, so müßte sie hier wohl weiter verbreitet sein. Da ihre Kultur aber auch streckenweis wieder aufgegeben sein kann, so muß die Frage unentschieden bleiben.
Ich sah hier von Cajanus nur die Varietät mit rotgestreiften Blüten. In unserer Sammlung in Amani haben wir aber sehr viele Farbenvariationen der Samen, von hellgraubraun, über verschieden stark orange gesprenkelt, zu braun, dunkelbraun und eine zweite Serie von hellgraubraun über schwarz gesprengelt bis zu völlig schwarzviolett. Wie weit diese Farbenvarietäten konstant sind und die beiden Farbenserien vielleicht zusammenfallen mit der Blütenvarietät mit rein gelber und mit rotgestreifter Fahne, müssen spätere Kulturversuche zeigen.
Eine große Rolle in der Wirtschaft der Eingeborenen spielt unsere Bohne nirgends. Die Europäer essen diese Bohnen gerne ganz unreif gekocht, wo sie genau wie unsere Linsen schmecken, nicht wie in der Literatur steht wie Erbsen.
2. Canavalia ensiformis DC.
Die Fetisch- oder Schwert-Bohne wird in dem ganzen Tropenbezirk kultiviert, in Afrika: in Ober-Guinea, dem Nilland, Sennar, Abessinien, dem Zambezi- Gebiet, Unter-Guinea. In Ostafrika kommt sie wohl überall vor aber nie in Mengen, da man sie nicht gerne ißt sondern meist nur zu Opferzwecken für böse Geister verwendet. Man nennt sie mpupu, in Ungoni upupc oder tangavi, in Usambara magobe-ya-masimu, shaafa-ya-mazimu (Geisterbohne).
Man nimmt an, daß sie aus Vorderasien stammt, wo sie wild und kultiviert vom Himalaya bis nach Ceylon und Siam vorkommt. In Indien nennt man sie makkam-shim, scm, shcm, gawari usw., was mir keine originelle Namen zu sein scheinen, da man mit scm, shcm verschiedene Bohnen benennt. Im Sanscrit soll sie nach Watt auch shimbe heißen, ein Name, der ebenfalls anderen Bohnen zukommt. Ich habe bei uns immer den Eindruck gehabt, als ob es sich hier um eine wilde, nur dann und wann beachtete Pflanze handele. Ob sie nun hier oder in Ostasien heimisch ist, kann ich nicht entscheiden, wahrscheinlich in beiden Erdteilen. Eine ökonomische Bedeutung hat diese Bohne nicht, deren Hülse jedermann durch ihre Größe auffällt, auch die rotbraunen oder weißen Samen sind sehr groß. Nur die kleine Varietät mollis Wall, soll in Indien genießbar sein.