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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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Liwale, Shirati, Nord-Usukuma, und Süd-Usindya an, doch wird es sich auch wohl sporadisch noch in anderen Gegenden finden. Das Hauptkulturgebiet ist, wie ich schon 1892 auf meiner Karte der Kulturpflanzen angab, ein breiter Land­strich vom Südost-Ufer des Victoria-Sees nach Südost. Im Zwischenseengebiet ist dies Getreide unbekannt. Ich habe den Eindruck, daß die Kultur früher ein­mal ausgebreiteter war, aber von der Küste durch andere Kulturgewächse zurück­gedrängt wurde, sowie, daß es in unserem Gebiet nicht heimisch war, sondern von Norden aus eingeführt ist in eine Zone südlich des Victoria-Sees unter Ver­meidung des Zwischenseengebietes. Es ist eine Kulturpflanze für Steppengebiete mit ausgesprochener Trockenperiode.

In Südtogo war es früher weit verbreitetest aber jetzt durch Mais ganz verdrängt.

Die Varietäten des Negerhirse waren von Schumann ausführlich beschrieben worden. Leeke unterscheidet jedoch neuerdings 32 verschiedene Formen dieser Kulturpflanze, die er nach den fünf Stammpflanzen sowie in sekundäre und tertiäre Formen einteilt. Genaueres darüber ist in seiner Originalarbeit S. 52 ff. zu finden. Es wäre sehr wichtig, von möglichst vielen Standorten die verschiedenen Sorten zu bekommen, um damit zu versuchen, aus deren Verbreitung auf die Wanderung, der Kulturpflanzen überhaupt schließen zu können, was bei dem geringen Material noch nicht möglich ist.

Wo diese Kornart angebaut ist, wird sie als ein schnell wachsendes (drei bis fünf Monate) und nahrhaftes Getreide gerne genommen. Eine ausschlaggebende Rolle scheint sie aber nirgends in der Wirtschaft der Eingeborenen zu spielen. Kleine Mengen davon werden dann und wann auch nach Zanzibar und Indien exportiert, da aber dies Korn in der amtlichen Statistik mit Sorghum zusammen aufgeführt wird, kann ich irgend welche Zahlen nicht geben. Die Mengen sind meines Wissens auch nur unbedeutend.

17. Poa Eragrostis abyssinical L.

Der Teff oder Tief (thaf) von Abessinien, der dort ein sehr wichtiges Getreide bildet, ist in Ost-Afrika meines Wissens unbekannt, obgleich seine Stamm­form, E. pilosa Beau. überall hier als Unkraut vorkommt.

Eine der kultivierten sehr nahe verwandte Art soll nach Barths Berichten unter dem Namen djodjo, krcb, kaslia, chciina usw. in den Gegenden des Tsad Sees wild wachsen und wie Getreide benützt werden. Aus geröstetem Tefbrod wird in Abessinien Bier gebraut, das buza heißt, also ebenso wie das Gersten­bier von Ägypten und Armenien.

18. Setaria (Panicum) italica L.

Der Kolben-Hirse ist in Ost-Afrika ziemlich selten und wird nur an wenigen Stellen gebaut. Man bezeichnet ihn allgemein als mawclc manga, auch einfach als kimanga. Es bezeichnet den »aus Arabien gekommenen« Hirse, speziell aus Maskat. Ich hörte für die Wahiyao noch das Wort ikutive, also dasselbe wie