VI. Das Zuckerrohr
Saccharum officinarum L.
Das Zuckerrohr. Von den 13 Arten der Gattung Saccharum, die im Index Kewensis aufgeführt sind, .finden sich vier in Amerika, eine S. sponta- neum L. ist tropenkosmopolitisch, eine ist das kultivierte Zuckerrohr, eine ist südafrikanisch, die übrigen 6 gehören Asien an. Aus dieser Verbreitung der Arten kann man also nichts schließen über die Urheimat des Zuckerrohrs, denn keine der wilden Arten kann als die Stammform desselben angesehen werden, die noch unbekannt ist und wohl auch nicht mehr existieren wird. Es ist auch möglich, daß unsere Kulturpflanze aus der Kreuzung von mehreren Arten entstanden ist. Die älteren Angaben der Botaniker über das Vorkommen von wildem Zuckerrohr haben sich als nicht stichhaltig erwiesen.
Alle Gründe sprechen dafür, daß die Urheimat der Zuckerrohr-Kultur in Süd-Asien, und zwar am wahrscheinlichsten in dem östlichen Teil von Nord- Indien, Bengalen oder Assam, gelegen hat. In Bengalen gibt es heute noch eine Stelle, die nach dem Rohzucker »guru « genannt wird.
Nach der großen Monographie von C. Ritter ist über das Zuckerrohr viel geschrieben, und alles ist in dem Werke von W. Krüger über das Zuckerrohr so ausführlich zusammengestellt, daß ich mich hier nur ganz kurz fassen will, dem der sich näher dafür interessiert, das Studium dieses letzteren Werkes überlassend. Außerdem verweise ich auf Yule und Burnell. S. 36, 155, 446, 862.
Im südlichen Vorderasien wird das Zuckerrohr mit vielen verschiedenen Ausdrücken bezeichnet; dies läßt darauf schließen, daß hier seine Heimat ist, besonders, wo diese Namen von der im Sanscrit gebräuchlichen unabhängig sind, wo es ikshu, russala, pundra, pundcrika, sarkara hieß, aus welch letzterem Wort im Prakrit sakkara ward. Im heutigen Indien heißt die Pflanze ukh, gama, rikhti, us, sherdi usw. Der Name uk, ikshu blieb nur in Indien heimisch, er ist mit den ältesten buddhistischen Mythen verknüpft, eine Fürsten-Familie ikshava-aku,