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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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als brede täglich gegessen, indem man eine Art Gemüsesuppe daraus kocht, die als sehr blutreinigend gilt.

5. pharmacum Klotsch, mttmguya und mlamu an der Küste; ein Decoct daraus wird zu Waschungen bei Hautausschlägen gebraucht.

A tomcntellatum Klotssch. msiliro, msinundi, mscrua genannt.

A cdule Dun., das in Zanzibar und an der Küste vorkommt, wird vielfach ebenso wie die Eierfrucht genannt, mbcringalc, mbcringani, bcrinjala, auch mbekundja und mgula.

Sonst hörte ich noch die Namen kibuntu in Usambara, die mkunga von Usambara soll am Victoria-See tongo genannt werden, das ngogwc der Washambaa soll bei den Wamakonde nombo - matunga heißen. Um was für Arten es sich dabei handelt, ist mir nicht bekannt. Vielfach werden übrigens die Arten sicher miteinander verwechselt.

Anhang.

Es kann nicht Aufgabe dieser Betrachtungen sein, hier alle Gemüse und Süppenkräuter aufzuzählen, welche von Europäern auf ihren Niederlassungen an­gebaut werden. Die meisten Gemüse der Eingeborenen werden im Vorher­gehenden erwähnt sein. Außerdem machen die Leute Gemüsesaucen aus allen möglichen wilden Kräutern, ebenso wie der Europäer sich seinen »Spinat« her­stellt aus den Blättern von Maniok, Bataten, Bohnenarten, Colocasien, Amaranthus und vielen anderen. So gut wie ganz fehlen den Farbigen die bei uns so viel als Gemüse gebauten Cruciferen und Umbelliferen. Von letzteren werden einige selten angebaute, meist eingeführte Arten bei den Gewürzen erwähnt werden.

Es ist sehr auffallend, daß von den vielen zu den Cruciferen gehörigen Gemüsepflanzen in Ost-Afrika von den Negern fast nichts kultiviert wird, und daß auch die Araber, Perser und Indier sie hierher nicht eingeführt haben, wo ihnen doch die Kresse, der Senf u. a. wohl bekannt waren. So geht die wahr­scheinlich aus Persien stammende Kresse, Lepidium sativum L. jarjir, half, reshat der Araber, halch, towari, turrah-tizkat der Perser, halim, chausam der Indier nur bis Abessinien. Anscheinend wurde die Kresse von den Griechen im Altertum (Dioscorides) als cardamon bezeichnet, und so nennt 'man sie heute noch in Griechenland. Es ist dies für die Frage nach der Bekanntschaft des Altertums mit dem Gewürze Cardamom wichtig. Ebenso geht der Senf nur bis Abessinien als sinafitsh im Amhari, oder adri im Tigrinischen. Es ist der chardal, sap- pandan der arabisch-persischen Schriftsteller, chcnaf in Algier, (Brassica nigra Koch); der rajika, rai, eta. der Indier ist Brassica juncea Hook. Letztere