Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
151
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19. Sechium edule Sw.

Die Chayote oder Chouchou-Gurke ist ein Rankegewächs mit drei- bis fünfspaltigen Ranken, großen, herzförmigen bis fünflappigen Blättern und gurkenartigen Früchten, die sich aber dadurch von den Gurken und ähnlichen Gewächsen unterscheiden, daß sie nur einen einzigen Samen enthalten, der schon anfängt auszukeimen, während die Frucht noch an der Pflanze hängt. So kann man aus ihr oft V2 Meter lange Schößlinge hervorkommen sehen.

Ausführliches über diese Pflanze und ihre Verwendung ist von Zimmer­mann im »Pflanzer« Band II angegeben. Sie ist in Mexiko und Zentral-Amerika heimisch und gelangte früh nach Brasilien und West-Indien. Etwa 1850 ist sie von da durch Brun et nach Reunion gebracht worden. Auch in Algier, Portu­gal, Indien und Queensland kultiviert man sie. In London und Paris sollen sie oft auf den Markt kommen.

Aus den Früchten kann man verschiedene Gemüse hersteilen, sie auch bei Zusatz von Zucker, Zitronensaft und Gewürzen als Kompott bereiten. Farciert schmecken sie recht gut. Aus den jungen Sprossen wird ein spinatartiges Ge­müse gemacht, die Knollen sind eßbar, und aus dem Bast wird ein feines Flecht­material gewonnen, das in Frankreich recht gesucht war und aus dem man in Reunion feine Flechtarbeiten herstellt.

Auf Veranlassung von Herrn Eugen Wolff erhielt die frühere Kultur­abteilung des Gouvernements in Daressalam 1895 drei Kisten mit den Früchten, die sehr gut ankamen und in Daressalam, Mohorro, und dann auch in Kwai gut gediehen. In Kwai wuchsen sie so reichlich, daß mit den Früchten die Schweine ge­füttert wurden. Das Gemüse fand aber nicht viele Liebhaber. Da es ein Ge­wächs der subtropischen Gegenden mehr als der Tropen ist, hielten die Kulturen sich an der Küste nicht recht, und in Kwai wurden sie später leider vernach- läßigt durch einen Stellvertreter des Stationschefs, so daß die Kultur hier ganz wieder ausstarb und erst 1906 mit einigen aus Zanzibar erhaltenen Früchten durch das B. L. I. in Amani wieder eingeführt werden mußte. Dort gedeihen die Früchte massenhaft und werden, wenn anderes Gemüse knapp ist, gerne ge­gessen. Es sind auch eine Anzahl Früchte verteilt worden.

20. Solanum esculentum Dun.

(S. Melongena L.) Die Eierfrucht wird an der Küste bei uns und an manchen Punkten im Innern gebaut, aber nirgends viel. Ihre großen, eiförmigen, fast immer violetten Früchte dürften allgemein bekannt sein. Die Pflanze wird von den Engländern brinjal, brinjaul, von den Franzosen aubergine, den Portu­giesen bcringela, bringicla, bringella, den Spaniern aber engena, berengena, albe- rengena, von den Italienern mclansana, mala-insana, melangola genannt, ln Deutschland wachsen sie wohl kaum, die man in den Delikatessenhandlungen erhält, werden von Frankreich oder Algier eingeführt.