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in der Nähe der Küste, und wahrscheinlich wird er auch im Innern sein. Bei Mombo wächst er z. B. recht viel. Man nimmt mit De Candolle vielfach an, daß er vom westlichen Himalaya bis nach Südrußland und Griechenland heimisch ist und von dort aus in Europa verbreitet wurde.*) Ich glaube aber, daß sein Indigenat sich viel weiter erstreckte, und er in Indien ebenso wie im tropischen Afrika wild ist. Es ist aber auch denkbar, daß er als Unkraut mit anderen Kulturpflanzen hier eingeschleppt wurde. Angebaut habe ich ihn hier meines Wissens nie gesehen, die Leute holen sich im Busch die Blätter, um daraus eine Gemüsesauce als Zutat zu ihrem Mehlbrei zu bereiten. Die Europäer machen einen angenehmen Salat daraus.
Die Pflanze heißt im Sanscrit lonica , lunia, im Hindustani churza, kursa, lonia, lunuk, im Arabischen tirfir, chirkat, richlat, rigl, kurfa, kara-or, baglatul, in Algier rijla, umuba bei den Arabern, bcndcra kcch, tafrita bei den Tuareg, im Persischen khurfah, turuk, cholaa, und aus diesen letzteren Namen ist über slavische Bezeichnungen wohl das deutsche Krcuscl entstanden. Hier in Ost- Afrika sagt man meistens mboga-ya-pu>ani d. h. Strandgemüse. Bei den Wanyamwezi ulungu, bei Machemba mshahala, in Usegua pikaheza. Der große Portulak heißt bei den Wanyamwezi bolondita, den Wasegua daugadauga, bei Machemba kitcndcruala.
18 . Raphanus sativus L.
Ein Rettich, dessen Wurzeln sehr lang gestreckt sind und hellbraune, fast weiße Haut haben, wird in Zanzibar und stellenweis auch an der Küste von Arabern und Indiern gezogen. Ich vermute, daß er zu der botanischen Art des Rettich gehört, den man schon im alten Ägypten kultivierte, den die Griechen rhaphanis oder syrmaic, die Römer radiccs nannten, woraus unser Rettich geworden ist. Es ist eine uralte Kulturpflanze, deren Stammeltern nach De Can- dolle’s Meinung dem R. Rap hanistrum L. sehr nahe gestanden haben wird, und dessen Kultur wahrscheinlich in Süd-Europa oder West-Asien ihren Anfang nahm. Unter den Römern wurde sie auch als »syrische Wurzel« bezeichnet. Die alten Juden kannten sie als fugla, und die Araber haben heute noch dieselbe semitische Bezeichnung fugil, figl, fidjel, fidgel, feijcl (Algier). In Indien muß die Kultur auch recht alt sein, im Sanscrit heißt die Pflanze vmluka, in Indien heute mula, muli, vmro, mala. Auch in China ist der Rettich seit sehr langer Zeit kultiviert, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß unsere indisch-chinesische Sorte von einer anderen Stammpflanze abstammt, als die europäische. Nähere botanische Untersuchungen sind nötig, um festzustellen, ob die in Ost-Afrika angebaute Sorte botanisch von der europäischen verschieden ist, oder ob es sich nur um Zuchtvarietäten handelt. Sie wird in Zanzibar mfigili genannt, und es ist anzunehmen, daß es eine recht neue Einführung der Maskataraber ist.
*) Gray und Trumbull glauben, daß P. oleracea-vn Colorado und Missuri heimisch und schon vor Kolumbus dort angebaut sei.