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6. Cucumis Melo L. var. agrestis Naud.
Die Gurkenmelone ist von der Gurke durch die vollkommen glatte Oberfläche der Früchte zu unterscheiden; hierher gehört auch die ägyptische C. Chatc.*) Die Früchte von C. Melo sind eiförmig bis länglich, oft mit längslaufenden hellgelben Streifen. Ganz kleinfrüchtige Sorten bilden ein Feldunkraut, das man wild in Abessinien, Nubien, Kordofan, Sennar, Senegambien und am Niger-Benue gefunden hat. Bei uns kommt die Art wohl nur kultiviert oder verwildert, meist unter dem Namen mwigunyia vor, die besseren Früchte schmecken gurkenartig, die schlechteren bitter. Auch im tropischen Asien ist sie wild gefunden. Es scheint, daß ebenso wie bei der Wassermelone auch hier die Kultivierung in Indien und Afrika getrennt vor sich ging.
Angebaut kommen sie wohl in den meisten Gegenden von Deutsch-Ost- Afrika vor, nur darf man dabei nicht unsere Zucker- oder Netzmelonen erwarten, sondern gurken- oder kürbisähnliche Gemüse. In Usambara heißen sie nach den Aufzeichnungen von Holst makoko (vielleicht Cucurbita r) Er nennt eine Menge Varietäten, wobei es aber der Meinung von Warburg zu Folge nicht feststeht, ob nicht eine Anzahl derselben zu den Kürbissen zu rechnen sind. Runde oder abgeplattete Früchte haben angeblich die Sorten ndimu, ninquo, sengula, madulu, nclukanda, mingala, minqua, makungu, elliptische Früchte maduru, ncluvumbi, bimförmige Früchte masisi, misolo, madolcdolc, tulufinga. Es scheint allerdings, daß es sich hier fast nur um Farben- und Wachstumsvarietäten des Kürbis handelt. Bei Amani wird eine walzenförmige grau-grüne Form (30X12 cm) mit halben Längsstreifen unter dem Namen limcrua gebaut. Manchmal hört man auch die Bezeichnung maboga-bcbcta. Nach Christen heißen sie in Usambara mataua und haben viele Formen, für die er feste Spezialnamen nicht fand. Bei den Wassukuma sollen sie mamiungu, in Ugogo majengere (Swahili furuio), bei den Kai in West-Afrika warn heißen. In Süd-Togo (Ewe) sagt man nach Westermann adjamatre. Zu beachten ist, daß die Swahili der Küste die jungen, eßbaren Flaschenkürbisse ebenfalls mungunya, mutnunyc nennen.**) Sie selbst unterscheiden nicht genau, und hier wie bei allen verwandten Gewächsen ist noch fast alles zu erforschen.
In Indien ist die Kultur sehr alt, im Sanscrit heißt die Pflanze kharwujah, heute in indien kharbusch, kharbujah, tarbuj, chibuda, tuti, phunt, gilas, gilasa, in Arabien battich-asfar, batikh, in Marokko cl-bettich. in Algier faggom, afqous (also wie die Wassermelone und Gurke). In die Länder des Westens und Nordens ist die hochkultivierte süße Form als mclopcpo erst unter dem römischen Kaiserreich gelangt, wahrscheinlich aus dem Osten, aus Ägypten, wo sie nach Schwein-
*,) Der »Kürbis« aus Luthers Bibelübersetzung ist C. Melo, kischuim der Juden, Luther’s Pfeben sind die Wassermelonen, abattichim der Juden.
**) Eine Sorte wird' bei dem arabischen Schriftsteller Qutsami malunia genannt, welches Wort etwas an die Sswahili-Bezeichnung erinnert.