2. Allium sativum L. vulgare Döll.
Der Knoblauch wird meines Wissens bei uns nicht gebaut, sondern nur in ziemlichen Quantitäten von Indien und vielleicht auch von den Häfen des persischen Golfes und des roten Meeres bezogen. Man findet die kleinen weißen Zwiebeln fast in jedem Indierladen, und eigentlich die Indier und Araber benützen sie allein, die Neger glücklicherweis kaum. Sie heißen hier vitunguu-sum, vitunguu-somu.
Der Knoblauch ist, wie En gl er angibt, wild wachsend sicher nur in der Songarei gefunden, wahrscheinlich wird aber in alter Zeit sein Heimatsland viel ausgedehnter gewesen sein. Jedenfalls hat er sich schon in vorhistorischer Zeit über Ägypten verbreitet. Die Juden nannten ihn shum, shumin, und mit diesem altsemitischen Wort hängt das arabische tum, toum, thum, suin zusammen, auch wohl das türkische samsak, das Sanscritwort mahushuda, lasuna, ushada, und die neuindischen Worte lasan, lahsan, rasun, shunam, schließlich auch vielleicht das chinesische swim, suan. Alle diese Ausdrücke werden von einer zentralasiatischen Wurzel su abstammen, an die auch das punische soum, das assyrische sumu sich anschließt. Und man kann mit Schweinfurth annehmen, daß der Knoblauch vielleicht als älteste Kulturpflanze zusammen mit dem Weizen in das Niltal gelangte, wohl aus Assyrien.
Da aber die europäischen Namen für diese Pflanze mit diesen oben mitgeteilten gar nicht Zusammenhängen, wird man entweder eine Ausdehnung der Heimat weit nach Westen hin in der Urzeit annehmen müssen, oder aber eine vorarische Wanderung der Pflanze nach Westen. Das altgriechische scorodon, neugriechische scordon, das lateinische allium, das englische garlic, das aus der Bezeichnung der Bewohner von Wales gartlec entstanden ist, das althochdeutsche chlobolouh, aus dem unser Knoblauch wurde, sind alles Worte, die in keiner Beziehung mit dem sum der Semiten stehen.
Hier in Ost-Afrika heißt die Pflanze sum, denn kitunguu ist der Name für Zwiebel. Dies sum hat nichts mit dem Wort sum, summu im Swahili für »Gift« zu tun.
Ein Zeichen, daß sowohl der Knoblauch als auch die Zwiebel hier nicht gebaut, sondern nur als fertiges Produkt eingeführt werden, ist der Umstand, daß die Worte für beide nicht mit dem für alle Gewächse gebräuchlichem Präfix »/«« bekannt sind, man sagt nur kitunguu, pl. vitunguu und niemals mtunguu.
Sehr bedeutend ist die Einfuhr dieser Drogue nicht, ich möchte sagen, glücklicherweise.
3. Amaranthus spinosus L.
und verwandte Arten der Kräuter, die wie unser Fuchsschwanz aussehen, werden vielfach als Gemüse gegessen, indem die Blätter wie Spinat gekocht werden. Man bezeichnet sie als mchicha. Die Wurzeln der oben genannten Art machten eine Zeit lang viel von sich reden, indem eine Abkochung aus ihnen als Mittel
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