Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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sind erwünscht) und die Pulpa braun anstatt schwarz war. Auch soll des Wurm­fraßes wegen die Verpackung in Fässern besser als in Matten sein.

39. Terminalia Catappa L.

Der indische Mandelbaum. Dieser schöne Baum ist an den Küsten von Madagascar und den malayischen Inseln heimisch, wird aber überall im Bereich des indischen Ozeans kultiviert, stellenweis ist er an den Küsten auch wohl ver­wildert, weil seine Samen durch die Meeresströmungen verbreitet sind. Bei uns ist er wohl nur angebaut, überall findet man ihn gerne als Alleebaum. Seine quirlig in Etagen .angeordneten Zweige tragen große, glänzend grüne Blätter, die von den Banianen-Indiern als Teller benützt werden. Vor dem Abfallen wird das Laub purpurrot. Die etwa walnußgroßen Früchte sind grün, bikonvex und ent­halten unter der hartfleischigen Schale einen mandelartigen großen Kern. Die Eingeborenen verzehren meistens nur die sehr gerbstoffhaltige äußere Schale, deren innerer Teil carmoisinrot ist. Für Europäer ist höchstens der Kern ge­nießbar, der unter seiner steinharten Schale eine Art von Mandel hat.

Ich höre, daß der Handel sich für die Kerne als Surogat der Mandeln interessiert. Man sollte einmal eine Versuchssendung machen. (Vergl. auch unter Ol- und Fettpflanzen).

Der Baum heißt bei den Malayen katappa, auf Sanscrit ingudi, in Indien badami. jangli-badami, bei den Persern badamc-hindi. Die Creolen auf Reunion nennen ihn badamier. Alle diese Worte heißen »Mandel«.

Bei uns an der Küste sagt man mkungu. Ebenso werden in Usambara die Kerne der Telfairia p cda ta genannt sowie die j Brexia madagascariensis (mkungu rufu), deren Kerne beide gegessen werden. Wahrscheinlich nannte man die eingeführte Terminalia nach der heimischen TeIfairia, deren Pflanze, eine Klettergurke mit Riesenfrucht, zwar völlig verschieden von der Terminalia aussieht, deren Kerne beide aber ölhaltig und wie Mandeln genieß­bar sind. Allerdings wird auch Guettardia speciosaL. mkungu genannt, es ist ebenfalls ein Strandbaum.

Die Blätter der Terminalia werden in Daressalam von einer Psychiden- Raupe angefressen, die aus ihnen runde Stücke herausschneidet, mit denen sie ihr Gehäuse baut.

40. Syzygium owariense Benth.

Dieser von den Negern an der Küste '»msamberau« genannte Baum, der viel wild bei uns vorkommt, ist zwar für die Europäer kaum unter die Frucht­bäume zu rechnen. Die etwas länglichen Früchte gleichen kleinen Zwetschen oder großen Oliven und sind dunkel-violett gefärbt. Die Farbe setzt sich durch das ganze Fruchtfleisch fort, das den länglichen Kern umgibt, so daß die Neger einen Extrakt daraus oft zum Färben benutzen. Die Frucht schmeckt schlehen­artig zusammenziehend, und nur die Eingeborenen können in dem fruchtarmen