Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
85
Einzelbild herunterladen
 

IV. Die übrigen Fruchtbäume.

1. Achras Sapota L.

Die Sapotillpflaume, Zapote. Dieser kleine zur Familie der Sapotaccac gehörige Baum, der Milchsaft führt, bringt noch nicht apfelgroße, runde, an der Spitze schwach genabelte und an der Basis den bleibenden Kelch tragende Früchte mit brauner Schale hervor. Innen liegen einige (26) etwas flachgedrückte Samen­kerne. Der Baum ist im nördlichen Teile von Südamerika oder in Zentralamerika einheimisch,, jetzt aber vielfach in den Tropen gebaut. In Indien wird die Frucht zur Täuschung Uneingeweihter als unechte »Mangusteen« auf den Straßen in Calcutta verkauft, man nennt sie dort sapota, in Bombay chikalc, die Spanier sagen nispero. Ich kann den Geschmack nicht so sehr gut finden, er erinnert mich immer etwas an die Sorben des Mittelmeergebietes oder an Mispeln. Wenn ich nicht irre, hatten die katholischen Missionare die Pflanze schon seit längerer Zeit in Bagamoyo angepflanzt. Ich brachte 1900 Samen von Reunion mit, die in Daressalam eine ganze Anzahl kräftiger Bäume gaben. Im Juli werfen die Bäume dort alle Blätter ab. In der heißen Zeit 1902/03 gaben sie schon die ersten Früchte.

Aus dem Milchsaft des Baumes wird das Kaugummi gewonnen (Chikle), das bei den Amerikanern so sehr beliebt ist.

2. Adansonia digitata L.

Der Affenbrotbaum oder Baobab ist jedem Ostafrikaner wohlbekannt mit seinem riesigen Stamm und den abenteuerlich geformten Asten, die fast das ganze Jahr kahl sind. Und dann treibt der Baum ganz unvermutet Blätter, oft nur an einem Aste und zu ganz verschiedenen Jahreszeiten; bald erscheinen dann die herrlichen, großen schneeweißen, porzellanartig durchscheinenden Blüten mit ihrem großen Büschel von Staubfäden, die bald braun werden. In Daressalam z. B. war die Blütezeit Ende November bis Ende Dezember. Die Stämme sind oft