Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
117
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in Indien sagt man, daß die weißen einen weniger herben Beigeschmack haben, als die roten. Alle sollen besser schmecken, wenn man sie morgens früh ab­pflückt. Die Guayave wird hier meist nur 35 cm im Durchmesser groß, erst von Amani aus ist eine edlere, (auch gelbe) Form eingeführt, die 56 cm groß wird. Man muß entschieden darauf hinzüchten, die Bäume, welche möglichst kernarme Früchte haben, zu vermehren und zwar durch Stecklinge oder Pfropfung. Die Frucht hat außer dem Apfelgeschmack immer einen adstringierenden Beige­schmack, der sie für manche wenig begehrenswert erscheinen läßt. Sie ist aber sehr gesund. Als Kompott eingekocht, nachdem man sie von den Kernen be­freite, ist sie recht angenehm, ebenso als Brei. In Amerika wird aus den Früchten das »Guava Jelly« dargestellt, ein Gelee, das von den Engländern und Ameri­kanern hochgeschätzt wird und das einen recht großen Handelsartikel von Zentral- Amerika aus bildet. Ich bin überzeugt, daß man dieses auch in Deutschland als ein »Kolonial-Kompott« einführen könnte. Zu seiner Herstellung aber wird sich der kleine Ansiedler am besten eignen, der seine Obstanlagen übersehen kann und der seine Früchte eventuell an eine Fabrik abgeben kann, nachdem er sie primitiv eingekocht hat. Ich bin überzeugt, daß damit eine ganze Reihe von Ansiedlern eine Menge Geld verdienen könnten, wenn sie das Gelee richtig bereiten und klären.

33. Psidium Cattleyanum Sabine.

Die Erdbeer-Guajave ist ein kleiner Strauch, dessen Blätter viel kleiner als die von P. Guayava sind. Die nicht viel mehr als kirsch- oder olivengroßen Früchte, die wie die der Guajaven den vertrockneten Kelch an der Spitze tragen, haben eine bräunlichrötliche, etwas rauhe Haut, innen ein rötliches Fleisch, das zuerst säuerlich herb ist, vollreif aber einen ausgesprochenen Erdbeergeschmack hat. Auch aus ihnen läßt sich ein gutes Kompott hersteilen.

Die Art ist vom B. L. I. eingeführt und verbreitet worden. Sie trägt hier reichlich im Januar bis März.

34. Psidium pumilum Vahl.

ist ebenfalls durch das B. L. /. in Amani und Mombo eingeführt worden. Von vielen werden die Früchte dieser Art denen der anderen vorgezogen.

35. Punica granatum L.

Der Granatapfelbaum wächst wild vom persischen Kurdistan bis zum nörd­lichen Indien, auch auf den griechischen Inseln, und er wird in diesen Gegenden seine Heimat haben. Er ist aber schon in prähistorischer Zeit in Kultur ge­nommen, so war er im alten Ägypten als tct bekannt, die alten Juden be- zeichneten ihn mit den Namen rimmon, und aus diesem altsemitischen W ort ist das arabische rimmon, rum man entstanden, nach dem die Portugiesen die Pflanze heute noch roma nennen. In Ägypten sagt man rimman, in Marokko rumman.