tung zu erklären ist. Auch auf vielen anderen Stationen in Deutsch-Ost-Afrika ist sie nun verbreitet.
32. Psidium Guayava (L). Raddi.
Der Guajaven-Baum ist an der Küste, noch mehr in Zanzibar recht häufig, aber nicht verwildert, sondern nur bei den Siedelungen. Trotzdem die Art leicht durch Vögel verbreitet werden kann, ist sie nirgendswo weit von den Siedelungen der Fremden, d. h. der Araber, Shirasi usw., zu finden. Es ist das wieder ein Zeichen, wie wenig der Neger Interesse und Befähigung für jede Kultur hat, die nicht in seinen Hackbau hineinpaßt. Er ißt die Früchte gern, sie zu bauen paßt seinem nomadenhaften Ackerbau nicht. So ist die Guayave auch im Innern meines Wissens nur bei den früheren Niederlassungen der Araber, wie Tabora, Urambo, Ujiji, Karagwe, Uganda und bei allen Stationen der Europäer zu finden.
Der Baum wird allgemein mpcra, die Frucht pera genannt. Auch in Indien sagt man peyara, pcru, pcrala, aber auch am und amrut. Dies letztere ist das arabisch-persische Wort für die Birne. Nach Burton’s Angaben soll die Guayave in Zanzibar auch zeitun genannt werden. Ich habe das nie gehört, es ist der allgemein arabische Ausdruck für den Ölbaum; aber in Ost-Afrika auch für Sachen, die aus Süd-China kommen, wo die Araber im 13.—14. Jahrhundert ihre auch von Marco Polo beschriebene Ansiedelung Zeitun bei Amoy hatten, nach der die alten Seladon-Teller von ihnen genannt werden, die man vor allem von dort in die arabischen Gebiete verhandelte.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Pflanze aus dem tropischen Festland von Amerika stammt, etwa von Mexico bis Peru und Columbien, und von dort wurde sie nach De Cando 11 e’s Meinung vor der Entdeckungszeit nach Brasilien verpflanzt. Es ist im höchsten Grade wahrscheinlich, daß die Portugiesen sie verbreiteten und meist nicht unter ihrem amerikanischen Namen guajava, sondern einfach als »Birnen« (pcra die Birne, pereira der Birnbaum). Sie werden sie auch nach Ost-Afrika gebracht haben, zuerst wohl nach Mombassa, wo sie geradezu verwildert ist, und nach Zanzibar. Kapt. Bissei erwähnt die Guajave 1799 für Zanzibar. Loureiro hat sie ca. 17S 0 i n Cochinchina verwildert gefunden, sie muß dort also mindestens schon Anfang oder Mitte des 18. Jahrhunderts, wahrscheinlich aber früher eingeführt sein, denn um diese Zeit war die Vorherrschaft der Portugiesen lange vorbei. Das wahrscheinliche ist, daß sie sie im 16. oder 17. Jahrhundert auch nach Ost-Afrika brachten. In Senegambien ist sie erst 1757 durch Adanson eingeführt.*)
Man kennt bei uns eine Sorte mit stark rotem Fleisch und eine mit gelblich-weißem. Die erstere wird in Amerika von den alten Autoren für die ursprüngliche Form, die weiße für die feinere und kultiviertere gehalten, und auch
*) In "1 ogo und auf der Goldküste ist sie unter dem amerikanischen Namen » goa « bekannt, sicher von Portugiesen eingeführt. (Dietr. Westermann) Wenn goa nicht von der portugiesischen Hauptstadt in Indien abgeleitet ist?