Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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Nicaragua. Sein Azteken-Name war ahuacaqua/iuitl, ahuacatl. ahuaca, in Peru hieß er palta. Aus den mexikanischen Namen machten dann die Spanier ai^ua- catc, avocado, die Engländer verdrehten ihn in aligator pear. 1601 ist der Baum in Südspanien eingeführt worden. Im Laufe der Zeit ist er dann in die meisten tropischen Länder gebracht, nach Reunion und Mauritius scheinbar ziemlich früh, dort hat er sich so acclimatisiert, daß er fast wild ist. Nach Ost-Indien soll ei­erst 1860 gebracht sein. Dieser Baum gedeiht auch in etwas kühlerem Klima, wenn es nur nicht friert, so ist er in Algier, sogar bei Schutz im Winter in Sicilien gebaut worden. Sehr reichlich muß er in Natal wachsen, von wo ich im Jahre 1896 die ersten Samen erhielt; aber alle Versuche, ihn in dem heißen und mit dürftigem Boden ausgestatteten Daressalam zu akklimatisieren, mißlangen. In Zanzibar soll es einige Bäume geben, wahrscheinlich ist er von Sir John Kirk eingeführt, ich habe aber bei zweijährigem Aufenthalt dort nie Früchte zu sehen bekommen. In Amani gedeihen einige Pflanzen nicht schlecht, ebenso wie die verwandte P. indica, in Mombo kommen sie recht gut, sind 6 Meter hoch und trugen jetzt im April-Mai das erste Mal Früchte (1907).

In Californien und Florida wird der Baum viel gebaut und die besten Sorten davon werden durch Pfropfung vermehrt.

Zu erwähnen ist hier beiläufig, daß die Pcrsea der Botaniker mit der be­rühmten persea der Alten nichts zu tun hat. Dieser, dem Halbgott Perseus ge­weihte Baum war Mimusops Schimpcri. Die alten Ägypter verehrten ihn heilig und haben ihn in grauestem Altertum zusammen mit dem Weihrauch und der Myrrhe aus dem Lande Punt, dem südwestlichen Arabien, bezogen; Kränze seiner Blätter findet man in Gräbern der XX.XXVI. Dynastie (14001200 v. Chr.) als Totenbeigaben zusammen mit den Blättern der Ny mp hae a caerulea Sav.

31. Physalis peruviana L.,

dieKap-Stachelbeere, ein kleines zu den Solaneen gehöriges Kraut. Unter einer papierartigen, graugrünen Hülle sitzt eine gelbe, bis kirschgroße Beere, die säuerlich-süß und sehr aromatisch ist; am ersten erinnert sie durch ihre vielen kleinen Samen an eine Stachelbeere. Etwa 1896 erhielt ich ein kleines Paket Samen vom Nyassa-See, wohin die Pflanze von Britisch-Zentral-Afrika eingeführt war. Von Kwai aus hat sie sich sehr bald im ganzen Usambara-Gebirge naturali­siert und ist ihrer Früchte wegen wohl geschätzt. Hier um Amani verschwindet sie letzter Zeit infolge des vielen Unkrautrodens etwas mehr, früher ward sie hier korb weise angeboten.

Das Kraut stammt ursprünglich aus Süd-Amerika und ist jetzt sehr weit verbreitet; auch in Süd-Frankreich pflanzt man sie, und in Paris sollen ihre Früchte geschätzt sein. In Peru heißen sie capuli, in Indien tipari, tekari, mako oder macao.

In wenigen Jahren ist diese Pflanze hier so gemein geworden, daß man sie für einheimisch halten könnte. Offenbar passieren ihre Samen ungeschädigt den Darm von Vögeln und anderen Wesen, so daß auf diese Weise die Ausbrei-

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