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Mossambik unter dem Namen manga-döce hergestellt wird, und dieses würde sich vielleicht als Kolonial-Marmelade zu Hause einführen lassen. Die dazu nötigen Früchte kann man wenigstens bei uns massenhaft bekommen, wenn der Besitzer von Bäumen verhindern kann, daß ihm die Früchte unbemerkt gestohlen werden. Auch bei uns hergestellten Chutney wird man sicher in Deutschland verkaufen können. Aber zu solchen Produkten sind Kleinkolonisten nötig, die hier leben wollen und nicht nur nach raschem Verdienst fortgehen möchten. Solche Klein- Kolonisten haben eben die romanischen Nationen massenhaft früher nach Südamerika gesandt, als solche gehen Italiener und Griechen heute noch in die Tropen. Der Deutsche scheint ebenso wie der Engländer und Holländer hierfür leider nicht geeignet zu sein.
Bei der Besprechung des Mango-Baumes muß ich noch einen sehr eigenartigen und interessanten Farbstoff erwähnen, der bei uns als »indisch-gelb«, in Indien unter dem Namen pcori bekannt ist. Er wird aus dem Urin von Rindern hergestellt, die man ausschließlich mit Mango-Blättern und Wasser füttert. Da die Rinder dabei recht herunter kommen, muß man ihnen von Zeit zu Zeit auch anderes Futter reichen. Die Tiere werden angeblich so dressiert, daß sie ihren Urin nur in Gegenwart .von Menschen lassen, die ihn auffangen, abkühlen, dann erhitzen, wodurch der Farbstoff herausfällt. Auf einem Tuch gesammelt, wird er in kleine Kugeln geformt und getrocknet. Man sagt, daß ein Tier täglich 60 Gramm dieser Farbe liefern könne. Die jährliche Produktion wird auf 5000 Kilo geschätzt. Ein Seer*) soll 8 Rup. kosten. Die Farbe löst sich in heißem Wasser. Wegen des unangenehmen Geruches wird sie selten zum Färben von Zeug, dagegen zum Anstreichen von Türpfosten, auch zu Lackfarben verwandt. In Europa benützt man sie in der Aquarellmalerei.
24. Morus alba var. indica Bureau.
Der indische Maulbeerbaum ist, wie Warburg angibt, von dem auch bei uns kultivierten Morus alba kaum zu unterscheiden, nur sollen die Blätter rauher und länger zugespitzt, die Griffel länger und unten verwachsen, nicht frei wie bei M. alba, und die Blütenblätter der weiblichen Blüten umgekehrt eiförmig sein. Die Früchte der indischen Sorte sind klein, walzenförmig und schwarz, bei der M. alba aber weiß oder rot.
Diese indische Sorte ist im nördlichen Indien verbreitet, wächst viel am Himalaya und geht bis China und Japan.
In Ostafrika ist sie in Zanzibar und an der Küste hier und da zu finden, auch in Usambara ist sie ziemlich häufig, doch ist sie überall nur als verwildert anzusehen, die Samen werden offenbar durch Vögel verbreitet sein. Die Früchte sind sehr klein und keine verlockende Speise, Seidenzucht wird hier nicht ge-
*) Seer ist ein etwas unbestimmtes Gewicht in Indien, meist wohl etwa 1 Kilogramm
schwer.