Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
105
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22. Jambosa vulgaris DC. (Eugenia Jambos L.)

Der Rosenapfel gehört in die Familie der Myrtaccac, ein kleiner Baum mit schmalen, lanzettförmigen Blättern, der blaßgelbe Früchte hat, die etwa die Größe eines kleinen Apfels erreichen. Das ziemlich trockene Fruchtfleisch hat einen intensiven Geruch nach Rosenwasser. Manche Europäer haben die Frucht ganz gern, mehr wird sie aber bei den Eingeborenen geschätzt.

Er heißt im Sanscrit jambu, jamba, in den heutigen indischen Sprachen gulab-javian, golap-jam, jama, jamb, in Ceylon jambu. im Malayischen djambu, im Arabischen toffäh. Die Swahili nennen ihn mpcra ya kisungu, (d. h. euro­päische Guyave), mdarabi, auch mpcra-golabi. Die letzteren beiden Worte sind aus dem Indischen entstanden, der erstere der äußeren Ähnlichkeit mit der Guyave wegen gebraucht.

Aus diesen Ausdrücken sollte man meinen, daß der Baum erst seit ziem­lich neuem Datum hier eingeführt ist. Aber er ist vielleicht zur Zeit der Anwesen­heit von I b n B a t u t a 1331 schon hier gewesen. Diese schreibt über Mombassa unter anderem: »Die Bäume dieser Inseln sind Bananen-, Limonen-und Zitronenbäume. Ihre Einwohner sammeln auch eine Frucht, welche sie djammun (jamün) nennen und welche der Olive gleicht. Sie hat einen Kern ähnlich dem der Olive, aber der Geschmack dieser Frucht ist von einer großen Süße«. Es ist eigenartig, daß er nicht den Rosengeschmack, der gerade bei den Arabern so beliebt ist, hervor­hebt, und es ist deshalb sehr wohl möglich, daß es sich nicht um die Rosen­äpfel handelte, sondern um die Frucht von Jambosa malaccensis, den die Araber heute hier toffah nennen, und der vielleicht eher als der Rosenapfel ein­geführt wurde. Aus dem Umstand, daß dieser einen arabischen Namen hat und der Rosenapfel nur einen indischen oder als »europäisch« bezeichnet wird, möchte ich es für wahrscheinlich halten, daß letzterer erst eine neuere Einführung ist.

Yule und Burneil nehmen an, daß Ibn Batuta die Früchte von Sy- zygium ovariense gemeint hat, den jamun der Indier.

Er ist in Zanzibar ziemlich häufig zu finden, an der Küste auch hier und da bei den alten Siedelungspunkten. In Amani sind einige Pflanzen vorhanden, die schon Früchte tragen.

Der Baum ist wildwachsend in Indien und dem malayischen Archipel ge­funden und sehr früh in Indien kultiviert, er spielt in den alten buddhistischen Sagen und Inschriften aus 300 v. Chr. schon eine Rolle. Fis ist anzunehmen, daß wir ihn aus Nordwest-Indien oder den Uferländern des persischen Golfes erhielten, denn er hat sich jedenfalls schon früh von seiner Heimat aus ausge­breitet.

23. Mangifera indica L.

Der Mango-Baum gehört zur Pflanzenfamilie der Anacardiaceae; in der Gattung, zu der er zählt, gibt es nach dem Kew Index 37 Arten, von denen 2 in Afrika, eine in Mauritius und alle anderen in Ost-Indien und dem indo-