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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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man wie Sandpapier benutzt, heißt msassa, in Usambara mshasha (Ficus cxas- p er ata Vahl) und ebenso nennt man auch das Sandpapier.

19. Jambosa malaccensis DC.

der Malay-Apfel oder Kavika hat viel größere Blätter als der Rosenapfel. Auf den Inseln des malayischen Archipels und auf Malacca ist die Pflanze wild ge­funden, hat sich von hier aus sehr früh verbreitet, so daß sie auf den Südsee- Inseln (Tahiti und Sandwich) schon vor der Entdeckung durch Cook vorhanden war. Die Indier nennen sie malakajamrol, die Javanen nati-djambu. So weit ich erinnere, ist der auf Zanzibar toff äh, mtomondo genannte Baum dieser, er ist dort aber ziemlich selten. Hier in Amani wächst er ausgezeichnet und bildet mit seinen großen, hellen und glänzenden Blättern einen Schmuck des Gartens. toffäih ist der arabisch-persische Ausdruck für E. vulgaris, es wird hier aber nur E. Malaccensis so genannt. Er ist wohl von den Arabern aus Süd-Indien hier hergebracht. Mtomondo ist sonst auch der Name für Barringtonia racemosa und für Anthocleista orientalis.

In Reunion nennt man den Baum Jamalac.

20. Jambosa domestica Rumph.

Unter diesem Namen, der im Kew Index fehlt, bekam das B. L. I. aus Java einen Baum, der dem vorigen recht ähnlich ist, aber seine großen Blätter sind dunkler und nicht glänzend wie die von jf. malaccensis. Da er noch nicht blühte, kann ich näheres nicht angeben. Sein javanischer Name soll djambubol sein.

21. Jambosa samarangensis DC. (J. javanica Lam.)

hat ziemlich große, helle, glänzende Blätter und trägt an langen Stielen hängende Früchte, die eine Sehenswürdigkeit bilden. Sie haben die Form einer kleinen, eingekniften Birne und eine Farbe vom tiefsten Rosa bis zu schneeweiß, dabei glasig, halbdurchscheinend, so daß sie genau wie aus Wachs oder Seife gemacht aussehen. Ein Baum, der voll von diesen Früchten hängt, sieht geputzt wie ein Weihnachtsbaum aus, ich kann mich nicht erinnern, je so etwas auffallendes und ästhetisches gesehen zu haben, abgesehen von volltragenden Orangenbäumen. Keine Abbildung kann den Eindruck dieser Pracht wiedergeben, es gehört ein Künstler dazu, das darzustellen, und wenn er die Natur gut nachahmte, würde niemand ihm Glauben schenken, der nicht selbst den Baum mit hunderten solcher Früchte sah. In Derema steht ein Exemplar, dessen Früchte viel größer sind, als die des in Amani befindlichen. Jenes wurde von Herrn von Horn aus Java mitgebracht.

In Amani besitzen wir außerdem noch Eugenia uniflora L., in Amerika heimisch, den ibipitanga; in Mombo die Eugenia brasiliensis Lam., den grumixamcira Brasiliens, und Eugenia Michclii Lam., die »viereckige Kirsche« von Zentral-Amerika.