Part 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Place and Date of Creation
Page
102
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

102

nahe verwandten Encep halarto s Hildebr andtii A. Br., der mkarabaka der Swahili, die häufig in den trockeneren Buschgegenden wächst, z. B. viel in Usegua.

17. Durio zibethinus L.

Der Durio oder die Stinkfrucht. An der Küste ist meines Wissens der Baum nicht vorhanden, in Zanzibar nicht häufig, ein sehr stattliches Exemplar steht in der Versuchspflanzung auf Dunga, etwas östlich von der Stadt Zanzibar. Er hat ganzrandige, unterseits silberschuppige Blätter und trägt an den Spitzen der Zweige etwas über straußeneigroße Früchte, die denen des Jackfruchtbaumes äußerlich etwas ähneln. Von vielen sind deshalb beide verwechselt worden, es haben auch beide einen unangenehmen Geruch, die Jackfrucht aber nicht im entferntesten so schlimm wie die Durio. Während erstere eine Scheinfrucht ist, d. h. ein zusammengesetzter Fruchtstand, ist letzterer eine einfache Frucht mit dicker, fast holziger Außenschale, die von dicken, kegelförmigen Stacheln be­setzt ist. Im Innern sind fünf Fächer und in jedem zwei Reihen etwa taubenei­großer Kerne, die von einem weißen Arillus (Samenmantel) umhüllt sind. Dieser Arillus wird gegessen. In der heißen Zeit findet man in den Inderläden in Zanzibar eine ganze Menge dieser Früchte liegen, und man braucht nur der Nase nachzugehen, um sie zu finden. Sie haben einen abscheulichen, nicht zu beschreibenden Geruch an sich. Es werden wohl meistens Fruchtester sein, die diesen hervorrufen, den einige mit faulen Zwiebeln, andere mit sonstigen Ab­scheulichkeiten vergleichen. Die Frucht soll für den, der den Geruch überwindet, recht gut schmecken, ein Gemisch von Fruchtcreme und Käse mit Zwiebel soll ähnlich schmecken. In den Ländern, wo der Durio vorkommt, kann man die Europäer in zwei Gruppen teilen, eine, die die Durio verabscheut, eine, die sie in den Himmel hebt, eine Mittelsorte gibt es nicht. Jedenfalls aber kann diese Frucht in einem Haushalte nur unter der Käseglocke serviert werden. Die Ein­geborenen glauben, daß sie als Aphrodisiacum wirkt.

Der Durio hat seinen Namen aus dem Malayischen, duren, er heißt in Siam turnen, in Burma du-ym, auf den Molukken duriyan. In Zanzibar sagen die Leute fincssi ya kisungu, also europäische Jackfrucht. Ahes ihnen Neue oder Besondere nennen sie seit etwa ioo Jahren »europäisch» (kisungu), früher »ara­bisch« (kimanga). Zur Zeit von v. d. Decken und Burton, also 18501860, hat es in Zanzibar schon Durio gegeben, und ich nehme an, daß der Baum zu­sammen mit anderen tropischen Fruchtbäumen Anfang des 19. Jahrhundert von Reunion oder den Seyshellen aus eingeführt wurde.

In Amani sind einige junge Pflanzen.

18. Ficus Carica L.

Die Feige stammt zwar botanisch wahrscheinlich aus Vorderasien, gelangte aber schon in junggeologischer Periode in die Länder des Mittelmeeres. Ihre