Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
101
Einzelbild herunterladen
 

IOI

Weil nun hier bei uns immer Viehfutter gesucht ist und in Afrika eine Menge akazienartiger Bäume Vorkommen, glaubte ich, daß wir ihn vielleicht hier einführen könnten. In Daressalam wuchsen die Bäumchen erst sehr langsam, kamen dann mit der Zeit etwas besser und haben auch nach einigen Jahren im Dezember und Januar Früchte getragen, die aber immer von massenhaften Bohr­käfern zerstört wurden, auch bildeten sich an den Zweigen Wucherungen wie Hexenbesen. In Amani kümmern die jungen Pflanzen sehr und wollen gar nicht recht vorwärts kommen. Es scheint also, daß der Baum hier nicht viel Aussicht hat. In Indien; den Südstaaten von Nordamerika und am Kap gedeihen die Bäume recht gut; aber es scheint, daß das warme und besonders feuchte Klima von Ost-Afrika nicht recht für sie geeignet ist. Immerhin sollte man in den trockeneren Gebieten, wie im Massailand und vielleicht auch in trockenen Gegenden des Zwischenseengebietes die Versuche wiederholen. Wie wichtig die Kultur für viele Länder ist zeigt, daß man 1902 in Oran, Algier und Constantine 67255 gepfropfte und 238873 ungepfropfte Bäume hatte. Sie sollen bis 40000 Kilo Früchte pro Hektar haben und mindestens 1000 Francs pro Hektar einbringen. (Cult, colon. I.)

15. Chrysophyllum Cainito L.

Der Sternapfel der Amerikaner, Cäinitciro der Spanier, ist ein aus West- Indien stammender Baum mit apfelförmigen Früchten, die auf dem Durchschnitt sternförmig angeordnete große Samen haben. Sein Fleisch ist weiß bis purpur. Die etwa 4 Jahr alten Bäume in Amani haben noch nicht getragen, ebensowenig die von der verwandten Ch. monopyrcnum Sw., die nur einen Kern enthalten soll. Nach einigen Autoren soll diese Art identisch sein mit der var. jama'i- ccnse der vorigen. Beide Arten sollen in ganz reifem Zustand und wenn man sie am Baum reifen läßt, angenehm schmecken.

16. Cycas circinalis L.

oder die verwandte C. Thouarsii R. Br. Diese mit den Sagopalmen verwandte Cycadee steht an der Küste von Deutschostafrika, aber nicht sehr häufig. Ich sah sie in Zanzibar und in Kionga. Massenhaft soll sie auf den Comoreninseln und in Madagascar wachsen. Ob sie dort einheimisch oder aus ihrem Haupt­verbreitungsgebiet in Südindien eingeführt wurde, ist nicht bekannt. Warburg gibt den Namen apapindi nach meinen Sammlungen an, auf den Comoren heißt die Pflanze mtapu, und wird auch in Zanzibar so genannt. Ihre Samen werden auf den Comoren gegessen und zwar, wie mir erzählt wurde, nachdem man sie vorher einer Fermentation in Gruben aussetzt, wodurch sie eine käsige Beschaffen­heit annehmen sollen. In Indien werden die getrockneten Samen zerstampft und zu Mehl gemahlen, aus dem Stammark soll man ein sagoartiges Stärkemehl aus- waschen können. Diese Verwendung ist hier unbekannt, ebenso wie bei der