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tigen Indiern barral, chakki, panas, fannas, phanas, auf Malayisch taiubul, kluvi , bei den Sundanesen nangka, den Singhalesen kos, hirali, den Tamilen pila, sakkd, in Bengalen kantal usw. Bei den Malayalam heißt er tsjakka (chakka), woraus portugiesisch jaca, englisch jack entstand.
Hier in Zanzibar und an der Küste heißt er mfcncssi , die Frucht faicssi. Es ist ohne weiteres klar, daß diese Bezeichnung aus dem indischen pemasa, fannas entstanden ist.
Es ist dies eine der wenigen Pflanzen, die vielleicht durch Indier bei uns eingeführt sind, wahrscheinlicher aber ist, daß Araber, die von Maskat aus Bombay und Umgegend besuchten, sie mitbrachten. Die Einführung scheint mir ziemlich neuen Datums zu sein. Zwar sagen negative Angaben wenig, aber der Kapt. Bissei, der 1799 eine Menge von Fruchtbäumen für Zanzibar einzeln aufzählt, erwähnt den so sonderbaren und auffallenden Jackfrucht-Baum nicht. Und anderswo soll er ja auch erst recht spät eingeführt sein, in West-Afrika (Senegal) war er zu Adanson’s Zeit noch nicht vorhanden und wird erst 1816 unter den Einführungen der »Societe coloniale philantropique de la Senegambie« erwähnt. Da er nun außerdem in Ostafrika nicht sehr verbreitet und doch ein schnellwachsender Baum ist, so glaube ich annehmen zu müssen, daß er erst mit der Ausdehnung der Seemacht von Oman-Maskat (2. Hälfte des 16. Jahrhunderts), wahrscheinlich erst mit den intensiveren Siedelungen der Maskat-Leute auf Zanzibar usw. eingeführt ist, also erst Ende des 18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts, jedenfalls aber nicht von Reunion oder Mauritius aus, sondern von Nordwest- Indien.
Die Eingeborenen lieben die Frucht sehr, die Europäer gar nicht. Nicht nur das faserige »Fleisch« wird roh gegessen, sondern die Kerne auch geröstet genossen. Der Baum wächst recht rasch, die hier in Amani sind nach 4V2 Jahren (vom Samen an) etwa 4 — 5 Meter hoch, und in Lunguza trägt ein etwa 1 895 gepflanzter schon seit einer Reihe von Jahren Früchte. In vielen Ländern werden die Blätter dem Vieh als Futter gegeben, das sie gerne nehmen soll.
12. Carica Papaya L.
Die Papaya oder der Melonenbaum ist ein 4 —6 m hoch werdendes, krautigsaftiges Gewächs, das auf der Spitze eine Art Rosette von handförmigen, 7teiligen Blättern trägt, unter denen bei einigen die langgestielten, männlichen Blüten, bei anderen Individuen die länglichen, melonenförmigen Früchte dicht aneinander sitzen. Die ganze Pflanze enthält Milchsaft, der am reichlichsten in den unreifen Früchten sitzt. Die 20—40 cm langen Früchte haben unter der dünnen, gelbgrünlichen Haut eine etwa zweifingerdicke Schicht von weichem, orangegelbem, zartem Fleisch, das melonenartig schmeckt. Die innere Höhlung ist mit pfefferkorngroßen, schwarzen Samen ausgekleidet, die wie Kresse schmecken. Manchmal findet man auch an den männlichen Bäumen massenhaft kleinere Früchte an den langen Blütenstielen hängen, während die Früchte des weiblichen Baumes immer
Stuhlmann, Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika. 7