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Ein eingeborener Name existiert hier nicht, denn die fcncssi ya kizungu der Leute ist der Durio.
11. Artocarpus integrifolia Forst.
Der Jackfrucht-Baum gehört zur Klasse der Moraceae, aus der die Feigenbäume die bekanntesten sind. Es ist ein hoher, reich mit glänzenden, verkehrteiförmigen Blättern belaubter Baum, an dessen Stamm direkt die riesigen Scheinfrüchte hängen, nicht an Ästen. Die »Frucht« ist nämlich eine Scheinfrucht, eigentlich ein ganzer Fruchtstand, und wird an 70 cm lang und 20 cm dick bei 50—60 Pfund Gewicht. Sie ist außen mit ganz kurzen Stacheln wie eine Reibe besetzt, grün, innen finden sich radiär angeordnet die 3—4 cm langen weißen Kerne in den fleischig gewordenen Blütenteilen liegen. Der ganze Inhalt ist demnach etwas faserig, gelblich-weiß, und hat einen scharfen Geruch nach Fruchtäther. Die in anderen Ländern geschätzten Varietäten ohne Samen habe ich in Ost-Afrika nicht gesehen.
Die etwa 40 Arten der Gattung Artocarpus sind in Ost-Indien, dem indischen Archipel bis China heimisch. Unsere Pflanze soll in den Randgebirgen Ost-Indiens, besonders auf der westlichen Seite, wild gefunden sein. Die Kultur derselben scheint sich aber zuerst wohl auf den Süden und Osten von Indien beschränkt zu haben, denn es ist auffallend, daß die Perser und Araber diesen höchst sonderbaren Baum offenbar nicht gekannt haben. Dagegen haben Yule und Burnell (S. 440 ff.) die wohlbegründete Meinung, daß der Baum schon den Begleitern Alexanders des Großen als pala bekannt geworden ist, daß Plinius diesen Baum und nicht die Banane in der Frucht meinte, »quo sapientiores Indorum vivunt. Fructum cortice mittit admirabilem succi dulcedine; ut uno qua- ternos satiet; arbori nomen palac, pomo aricnac «.
Nach Osten in den Sunda-Archipel scheint er sehr früh gelangt zu sein. Die erste Nachricht über ihn datiert von Hwen T’sang, der ihn ca. 650 als pan-tva-so aus Bengalen beschrieb.
Jetzt ist der Baum wohl überall in den Tropenländern mehr oder weniger verbreitet, auch in Amerika, wohin er zuerst 1782 durch den Admiral Rodney nach Jamaica gebracht wurde. Da die Art leicht fortkommt und recht anspruchslos ist, hat sie sich in einigen Ländern, wie Mauritius fast naturalisiert.
In Zanzibar ist der Baum auf den Pflanzungen sehr häufig, an der Küste aber nur stellenweis. So findet man ihn z. B. bei Daressalam viel, auch noch ein bis zwei Tage landeinwärts, bei Tanga ist er aber nicht sehr häufig. Es kommt mir so vor, als ob er sich an den alten Siedelungsplätzen der Shirasi-Perser nicht fände, sondern nur an den neueren Niederlassungen der Araber oder Indier, soweit man bei den letzteren überhaupt von dauernden Niederlassungen sprechen kann, denn sie haben überall nur zu Handelszwecken gesessen und wohl nur in den seltensten Fällen als Landbauern gewirkt.
Der Baum heißt im Sanscrit kantaka, phala, pocusa, panasa, bei den heu-