Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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Phal, das bei den Namen so oft vorkommt, heißt im Hindustani einfach »Frucht« [paxHix-khatta, süß-mitha). Der Name dieser Frucht heißt also »Frucht des Rama«, der der A. squamosa, die Frucht von Sita.

Die Art wird bei uns staphcli ya Adjcm genannt, also persische Anone. Wenn auch einzelne Botaniker an einen asiatischen Ursprung dieser Art glaubten, die in Indien viel verwildert vorkommt, so nimmt man heute doch allgemein die Antillen als ihre Heimat an, sie stammt demnach nicht aus Persien, wie ihr Swahiliname meint. Aber es ist möglich, daß Leute sie aus dem persischen Golf herbrachten, oder daß die Maskataraber sie von der persischen Seite her erhielten. Weil sie bei uns nicht häufig ist, möchte ich annehmen, daß es eine recht junge Einführung der Araber ist, die sie vielleicht zuerst in Maskat bauten und dann hierherbrachten.

Die in Daressalam von mir gepflanzten Sträucher trugen im Juli und August massenhaft Früchte, die aber sehr von Vögeln und Käfern mitgenommen werden, so daß man recht aufpassen muß, um eine heile zu erhalten. In Mombo reifen sie im Oktober bis November.

9. Anotia cherimoia Mill.

Die in Südamerika so sehr geschätzte Cherimoia oder der Jamaica-Apfel ist bei uns noch nicht vorhanden, meistens wird die A. rcticulata dem Besucher vorgeführt, wenn jemand sich des Besitzes der Cherimoia rühmt. In Mombo sind drei Pflanzen, die wir als Cherimoia erhielten, aber da sie noch keine Früchte trugen, ist die Bestimmung noch nicht sicher.

10. Artocarpus incisa L.

der echte Brotfruchtbaum unterscheidet sich im äußeren recht wesentlich von dem A. inte grifo lia. Während dieser eine dicht geschlossene Krone hat, zeigt jener mehr sperriges Wachstum und die großen, gelappten Blätter stehen am Ende der Zweige. Die Frucht ist fast rund, viel kleiner als die Jackfrucht, (nur 35 Pfund) und hat keine stachelige sondern nur gekörnte Oberfläche.

Die Bäume sind bei uns recht selten, in Zanzibar gibt es einige wenige, dann stand, wenn ich nicht irre, einer auf der Mission in Bagamoyo und einer im Garten der ostafrikanischen Gesellschaft in Tanga, dort von Herrn Winter gepflanzt. In Daressalam habe ich die Anzucht vergeblich versucht, das Exem­plar ging trotz aller Pflege zu Grunde. In Arnani wachsen sie sehr langsam, es scheint hier zu kalt zu sein.

Der Baum ist sicher auf den Inseln des stillen Ozeans heimisch, wo seine Früchte noch heute die Hauptnahrung der Eingeborenen bilden. Hier in Ost- Afrika spielt er gar keine Rolle, und die wenigsten Europäer werden diese h nicht je hier gesehen haben. Nach der Angabe von Burton ist er von den Seyshellen nach Zanzibar gebracht worden, die Missionare werden ihn von Reunion erhalten haben, meine Stecklinge stammten aus Zanzibar.