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den Canaren und besonders in der Halbinsel Malacca*) sehr große Ananaskulturen. Wo die Dampferverbindungen es erlauben, bringt man die frischen Früchte nach Europa, die man in Hamburg oft schon zu V 2 Mk. pro Stück erhalten kann, anderswo werden sie in ihrem eignen Saft eingekocht, der Zollverhältnisse wegen meist ganz ohne Zucker und in Fässern versandt, um im deutschen Inlande in Blechdosen getan zu werden. Die in Blechdosen ankommenden tut man im Freihafen von Hamburg in Fässer, damit sie nur einen Einfuhrzoll von 4 Mk. pro Dutzend kosten. Später werden sie im Inland dann wohl wieder in Dosen umgefüllt. In enormen Mengen kommen sie so oder auch in Zucker eingekocht aus Zentral- Anrerika, aus Californien und besonders aus Singapore und Penang nach Europa und sind sehr billig. Ich glaube, es wird recht schwer, wenn nicht ausgeschlossen sein, daß afrikanische Pflanzer mit diesen Massenprodukten aus Singapore konkurrieren können, zumal man dort zahlreiche, billige und intelligente Arbeitskräfte hat.
Bernegau macht neuerdings Propaganda für reife Bananen, die in Ananassaft eingelegt sind. Ich glaube aber, daß auch diese Konserve, — wenigstens von Ost-Afrika aus — zu teuer wird.
Daß in Daressalam aus dem Saft der Ananas nach Mischung mit Orangensaft ein sehr angenehmer, ungegorener Fruchtwein hergestellt wird, erwähnte ich bei der Besprechung der Orangen.
5 . Anona senegalensis Pers.,
die afrikanische Cremefrucht. Die Gattung der Anonaceae hat etwa 60 amerikanische und 2—3 afrikanische Arten, von welch letzteren die genannte die verbreitetste ist. Es ist ein kleiner knorriger Baum oder Strauch unserer Steppen mit blaugrünem Laub und etwa taubeneigroßen, orangefarbenen Früchten, die eine ziegelrote, aromatische Pulpa haben. Die bei den kultivierten Arten vorhandenen Schuppen der Fruchtschale sind hier kaum angedeutet. In der Reife springen die Früchte oft auf und werden gern von Tier und Mensch gegessen. Der Baum ist überall im Steppengebiet des tropischen Afrika bis nach Angola, der Äquatorialprovinz und zum Zambezi anzutreffen. Er wird von den Leuten an der Küste topetope mwitu, in Usambara und Mombassa mtomoko , in Usegua mtomokwe (Sacleux), in Unyamwezi mtokwe genannt.
Das erstere Wort des hier einheimischen Baumes ist offenbar übertragen worden auf die eingeführten Kultursorten. Tope heißt Schlamm, es ist also die Schlammfrucht der Swahili.
6. Anona squamosa L.
Cremefrucht, Schuppenapfel, Rahmapfel, Zimmtapfel, der custard-applc der Engländer, auch sweet-sop, sugar-applc. Ein Strauch mit länglich-lanzettför-
*) In Singapore sind nach Lippe mehr als 15 Ananasfabriken mit Dampfbetrieb, man exportiert von dort jährlich 550000 Kisten Konserven im Werte von ca. 6 Millionen Mark.