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Preise fällt, und man dann dem ein klein wenig wertvolleren Manillahanf sicli zuwenden wird. Im Ursprungsland wird er in primitiver Weise mit der Hand unter Zurhilfnahme einer Holzklemme extrahiert, das kann sich nur als Hausindustrie der Eingeborenen hier lohnen, und ob die kleine Maschine von Duchemi n sehr viel mehr leisten wird, ist fraglich. Die von A. Zimmer mann damit angestellten Versuche ergaben pro Mann kaum i Pfund Fasern, die 20 — 30 Pfennig wert sind, während der Mann fast 50 Pfennig Lohn bekommt, so daß eine Rentabilität für europäische Unternehmer ausgeschlossen erscheint.
Der Markt für Manilla-Hanf hat durch die Unruhen auf den Philippinen starke Störungen erlitten, die große Menge geht wohl nach Amerika und England. In Hamburg wurden von Manilla eingeführt:
1904 3052 Dz. im Werte von 161920 Mk.
1905 1506 „ „ „ „ 98180 „
Der Preis war 1905 41—45 .£ pr. To. (Hamburger Handelskammerbericht).
Von den Philippinen sind 1885—432000 Ballen, 1895—832000 Ballen verschifft für rund 28 Millionen Mark. Soviel ich weiß, ging während des amerikanischen Krieges zeitweilig die Ausfuhr ganz bedeutend herunter. Jetzt soll die Produktion nach Einstein jährlich 100000 Tonnen sein.
Costenoble (Tropenpflanzer 1907 S. 296) gibt an, daß
1870 31426 Tonnen 1880 50482 ,,
1890 67864 „
1900 89438 ■ „
exportiert sind. Der W T ert der Exporte betrug 1903 90 '/ 2 Millionen Mark.
3. Musa Holstii K. Sch. und verwandte Arten.
Die wilden afrikanischen Faser-Bananen, deren es eine ganze Anzahl verschiedener Arten gibt. Sie gehören ohne Ausnahme zur Untergattung Physocaulis Bak., die sich durch einen sehr dicken Stamm, durch die fehlenden Wurzelschößlinge —■ die nur bei einigen Sorten selten auftreten — und durch große, unregelmäßig runde, schwarze Samen in den ungenießbaren Früchten erkennen lassen. Es sind außer zwei indischen und einer javanischen folgende Arten bisher aus Afrika beschrieben worden:
Musa ventricosa Melw. aus Angola.
M. Schweinfurthii K. Schum, u. Warb, von Schweinfurth im Lande der Niamniam auf dem Baginse-Gipfel gefunden.
M. c le p hantorum K. Schum, u. Warb, aus Kamerun, Yaunde-Station. Am Berg Boukollo im Grasland, dort bcquannsoc genannt.
M. Ensete J. F. GcmL, die bekannteste Art, die cusct in Abessinien genannt wird und dort in dichten Waldungen auf den Bergen wächst. Sie ist in Europa im Sommer in Anlagen oft zu sehen. Unter diesem Namen