Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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Leute, ebenso wie am Kilimandjaro, und im Kongogebiet, vielfach zusammen mit Mais.

Man hört häufig die Ansicht, daß die Bananennahrung die Leute bequem, der leichten Kultur der Pflanze wegen, und arbeitsunfähig, des geringen Nährstoffgehaltes der Bananen wegen, mache; demgegenüber ist aber nicht hoch genug einzuschätzen, daß die Eingeborenen durch diese Kultur seßhaft und an eine geregelte Verwaltung gewöhnt werden, und das ist für sie selbst und für das Allgemeinwohl von Ost-Afrika nicht hoch genug einzuschätzen, auch wenn sie eben ihrer Lebensweise wegen für den Dienst auf weitweg gelegenen Pflanzungen usw. ungeeignet sind.

2. Musa textilis Nee.

Die Manillahanf-Banane gehört ebenfalls zur Schumann'sehen Unter­gattung Eumusa und sieht der Fruchtbanane sehr ähnlich. Sie wird 6 Meter hoch, treibt Wurzelschößlinge, die langen Blätter sind unten etwas grau gefärbt und hart, die Hüllblätter der Blüten purpurrot oder pflaumenfarben, die etwas dreikantige Frucht ist grün, 7 cm lang und 2,2 cm dick, etwas gebogen und ungenießbar. Eine Varietät mit schwarzen, kürzeren Früchten wird als var. amboinensis Miq. bezeichnet und findet sich auf Amboina, während die Pflanze sonst auf den Philippinen-Inseln heimisch ist. Sie wächst dort von den niederen Regionen an bis zur Grenze der Pinus insularis. Dort wird sie Abaca genannt, auf Mindanao koffo, in Amboina kula abbal, im Malayischen Archipel pisang Jitan. Ihr Produkt ist der bekannte Manilla-Hanf. Die Pflanze gann durch Schößlinge oder durch Samen vermehrt werden. Zwei Varietäten auf den Philippinen heißen nach Usteri tindoc und sabä. Costenoble (Tropen­pflanzer 1907 S. 297) gibt 8 Varietäten an namens: 1. Samarong-puti, 2. Sama- rong-pula, 3. Samavong-itom, 4. isaroy, 5. quidit, 6. saba, 7. Butuhan, 8. tindoe. Davon soll No. 13 recht unempfindlich gegen Trockenheit sein.

Nach Amani haben R. R. Dr. Busse und ich von Java und Bombay einige Pflanzen eingeführt,*) die sich jetzt auf einige Hundert vermehrt haben, auch sind schon junge Pflanzen und hier gewonnener Samen davon abgegeben. Leider ist wie bei allen Bananen die Gewinnung der Faser eine recht mühevolle Hand­arbeit. Man behauptet zwar, daß drei geschickte Leute in ihrer Heimat auf den Philippinen 12 Kilo pro Tag gewinnen können, aber das werden unsere Neger schwerlich fertig bringen. Die für Sisal und andere Agaven so brauchbaren Maschinen aber versagen anscheinend für die Banane. In Anbetracht der leichten und billigen Kultur der Agaven und der guten Gewinne, die man mit ihnen macht, glaube ich kaum, daß die Manilla-Banane hier in absehbarer Zeit eine ökonomische Rolle spielen wird, es sei denn, daß der Sisalhanf einmal sehr im

. *) Es scheint sich um zwei verschiedene Varietäten zu handeln, von denen bisher nur die erstere blühte und pfefferkorn-große Samen gab. Die zweite von Bombay hat am Stamm einen blaugrünen Wachsüberzug. Sie scheint mit Musa Bakeri verwandt zu sein (Zi mmermann).