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sollen z. B. Mitte des 19. Jahrhunderts noch bei Mombassa getragen worden sein.) Am Victoriasee ließe sich demnach bei sorgfältiger Präparation des Bastes ein Export desselben entwickeln. Sonst kommt die Palme bei uns anscheinend nicht in den großen Beständen vor, um eine Ausfuhr zu ermöglichen. Überall werden die Rippen der enormen Blätter zur Herstellung von Türen, Bänken und anderem Hausgerät benützt.
Der aus der Blattoberhaut von R. Mombuttorum gewonnene Bast ist aber leider recht minderwertig, und auch die Piassava dieser Art, d. h. die Gefäßbündel an den Blattbasen, aus welchen die bekannten Piassava-Besen gefertigt werden, ist wenig wert.
Aus dem Bast werden im Manyema-Lande, am Tanganika und auch in Daressalam sehr feine Matten gefertigt, die den »lamba« von Madagascar ähnlich sind.
Da der Bast von Madagascar soviel besser als der von Ost-Afrika ist, verteilte das Gouvernement Anfang 1896 eine große Menge von Samen der Madagascar Art, doch scheinen sie nicht gediehen zu sein, wenigstens habe ich nichts darüber in Erfahrung bringen können.
Zu erwähnen wäre noch, daß möglicherweise die »avellana indica, nux | indica oblonga, palma pini« der Alten Raphia - Kerne waren (Warburg,
Myristicaceae, S. 406).
11. Anhang.
Durch die Bestrebungen der früheren Kultur-Abteilung des Gouvernements in Daressalam und des Biol. Landw. Instituts in Amani sind eine Menge Nutz- und Zierpalmen eingeführt worden. Es seien einige davon hier erwähnt:
Arenga saccherifera, die in Daressalam schon Früchte trägt und im Sigi-Tal bei Aniani gut wächst; es ist die javanische Zuckerpalme.
Phytelephas macrocarpa, wächst im Sigi-Tal. Aus ihrem Samen wird das vegetabilische Elfenbein hergestellt.
Caryota sobolifera, wächst in Daressalam; sehr schöne, große Palmen dieser Art stehen vor dem Hospital dort.
Carludovica incisa und C. pumila. Es sind dies zwar keine Palmen i. e. S., aber sie haben ganz den Habitus derselben. Aus ihren Blättern werden die Panama-Hüte geflochten. Bei Amani wachsen sie recht gut.
Eine große Menge Sorten von Zierpalmen wurde ebenfalls in Daressalam und Amani angezüchtet und von da vielfach verteilt.
Chamaerops humilis, die Zwergpalme des Mittelmeer-Gebietes, gedeiht bei Amani recht gut. In ihrem Heimatland, besonders in Algerien, (arabisch dourn, kabylisch ousscr) fertigt man aus den feingespaltenen Blättern das »vegetabilische Roßhaar«, crin d’Afrique, das sich auch wohl aus den Blättern unserer Hyphaena wird hersteilen lassen.