Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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I. Die nützlichen Palmen.

1. Areca Catechu L.

Die Areca- oder Betel Palme. Diese schlanke, zierliche Palme ist in ganz Süd-Asien angebaut, überall wo die Eingeborenen den Betel kauen. Eine mit besonderen Zangen abgeschnittene Scheibe des Nußkernes wird zusammen mit einem Blatte des Betelpfefifers (Piper Bctlc), etwas feinem Kalk und oft ein wenig Tabak, Gambir oder Catechu lange Zeit gekaut, was eine anregende Wirkung haben soll. Diese höchst unästethische Sitte, welche den Speichel rot färbt, den die Leute dann überall hinspucken, und die die Zähne schwärzt, ist von den Philip­pinen, Molucken, Sunda-Inseln und Südchina über ganz Indien bis nach Ost-Afrika verbreitet, und in diesem Gebiet wächst auch die Betel Palme. In wildem Zustand hat man sie noch nicht sicher gefunden. Da alle 14 Arten dieser Pflanzengattung aber im indischen Florenreich, speziell von Malakka bis Neu-Guinea, heimisch sind, so wird man nicht fehl gehen, wenn man die Heimat unserer Nutzpflanze auch im Indomalayischen Archipel annimmt, der noch heute ihr Hauptzentrum ist. Das Vorkommen von vielen Varietäten läßt darauf schließen, daß die Kultur eine sehr alte sein muß.

Die Pflanze heißt auf Sanscrit pugaphalam, guwaka, auf indisch supari, pophal, bei den Tamilen pakumaram, kamiga, poka, in Bengalen gua, auf singalesisch puwak, bei den Malayen und auf Java jombi, pinang, kachti, auf arabisch fufal, fulfil, und auf persisch popal. In Ost-Afrika wird sie popoo ge­nannt. Es kommt mir sehr wahrscheinlich vor, daß dieser Name etwa folgender­maßen abzuleiten ist: pugaphalam (sanscrit), pophal (gudjerati), popal (persisch), popoo (swahili). In Assam wird die Palme tambul genannt, was mit der Be­zeichnung des Betelpfeffers tambuu übereinstimmt. Die lateinische Benennung Areca kommt von dem Telinga-Namen arek, nach Yule u. Burneil aber vom Malayalam adaka.

Es ist also immerhin wahrscheinlich, daß die Palme nach Ost-Afrika nicht von den Malayen oder Javanen, sondern aus Indien und zwar wahrscheinlich durch Vermittelung der Perser gebracht wurde. Nach Südchina ist sie unter dem