Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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Einige frische wurden mir vor Jahren von den Offizieren eines deutschen Kriegs­schiffes als Geschenk mitgebracht und gediehen ganz gut, wenn auch sehr lang­sam im Park in Daressalam.

8. Phoenix dactylifera L.

Über die Geschichte der echten Dattel-Palme ist von berufener Seite schon so viel geschrieben, daß ich hier nur einiges der Vollständigkeit wegen mitteilen will, zumal diese Palme für unser Gebiet kaum eine Rolle spielt.. In der Jetzt­zeit ist sie über die ganzen ziemlich trockenen Gebiete von N.-W.-Indien, die Euphrat-Länder, Arabien, Persien, Nord-Afrika bis in den Sudan und bis zu den Kanaren in Kultur. Allgemein nehmen die Forscher an, daß sie ihre Urheimat im Euphrat- und Tigris-Land, vielleicht auch in Arabien und dem Gebiet um den persischen Golf hat. Ihre Stammpflanze scheint, wenn nicht eine eigene, jetzt wild nicht mehr vorhandene Art, die Phoenix silvestris Indiens oder auch vielleicht Ph. reclinata gewesen zu sein. Vor der ersten geschicht­lichen Zeit jener Länder ist sie wohl im unteren Euphrat- und Tigris-Land von Nabatäern oder Sumern kultiviert, sie war und ist heute noch der eigentliche Baum der semitischen Oasen-Völker, ebenso wie diesen das Kamel gehört. Von dort ist sie offenbar sehr früh verbreitet, die Ägypter fanden sie auf den während der X. und XI. Dynastie unternommenen Handelsreisen im Lande Punt, also in den Ländern am südlichen roten Meer oder am Golf von Aden. Die alten Ägypter nannten sie beq (nach Lortet-Rochebrune benei '). Der mussckkan- Baum der alten assyrischen Monumente soll mit der Dattelpalme identisch sein. Nach den sumerischen Inschriften (Hommel) soll in der Urzeit der ugm ge­nannte Baum aus Ost-Arabien (dem Lande magan) nach Babylonien gebracht sein. Ziemlich früh gelangte die Dattel-Palme zu den Phöniziern, die sie am östlichen Mittelmeer einführten, die Griechen nannten sie nach den Phöniziern poinos, woraus das lateinische phoenix wurde. (Das Wort palma stammt wahr­scheinlich von der am Mittelmeer heimischen Chavierops humilis)*)

Odysseus findet sie nur auf Delos. Im alten Testament heißt sie tamar, also genau wie heute bei den Arabern, und wir werden nicht fehlgehen, wenn wir diesen Namen als den der Ursemiten annehmen. Ihre größere Ausbreitung verdankt die Dattel-Palme wie so manche andere Gewächsart den Zügen der Araber. Im Jahre 756 pflanzte z. B. der Chalif Abdorrhaman sie in Mengen bei Cordoba in Spanien an. Die großen Anpflanzungen in Nord-Afrika werden teils auf die Araber zurückzuführen sein, wenn gewiß auch die Punier sie schon viel kultivierten. Als diese die Canarischen Inseln entdeckten, fanden sie dort Palmen

*) Bei religiösen Handlungen, dem Einzug von Großen fand sie Verwendung, was heute noch in der römischen Kirche üblich ist. Für das Osterfest werden an der Riviera (Bordighera) große Mengen Palmwedel verkauft. Jedoch scheint die Benutzung der Palmenzweige dafür wohl erst ziemlich spät eingeführt zu sein, früher nahm man vielleicht, wie noch jetzt meistens, die Zweige des Ölbaumes, mit denen am Palmsonntag in Italien z. B. alles geschmückt ist.