Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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flochten, welche ihrerseits zu flachen Rollen aufgewickelt werden, in ganz bedeu­tenden Mengen nach Zanzibar gebracht werden, soweit man sie nicht bei uns selbst gebraucht. Diese ukili, shupati oder mushupati genannten Bänder (wohl aus dem indischen stammend shupati pati) werden in erster Linie von Pangani, Saadani und Bagamoyo ausgeführt und meist von Schihiriarabern gehandelt, die sie zum Teil, auch wohl flechten. Aus ihnen werden vermittels Streifen desselben Materials große Matten zusammengenäht, die zum Einhüllen von Ballen und Paketen dienen, sie werden yamvi pl. mayamvi genannt. Alsdann werden Matt­säcke (makanda) von zweierlei Form hergestellt, größere, zylindrische, die oft doppelt sind, zur Versendung von Copra, Nelken, Nelkenstengel, Kautschuk u. a. m. Alsdann kleinere, oben etwas spitz zulaufende Säcke, in denen Sesam, Erdnüsse, Kaurischnecken, Korn und dergl. versandt wird. Endlich werden aus den Bändern die dann schmäler sind (3 cm) die kegelstumpfförmigen Körbe (vikapo) gemacht, die bei jeder Gelegenheit massenhaft verwandt werden. Auch werden mit diesen Bändern die Bettstellen bespannt. Somit bildet diese wild wachsende Palme eine wesentliche Einnahmequelle für die Küstenzone.

In der Ausfuhr-Statistik unserer Kolonie sind »Matten, Waren aus Gras, Bast und Cocosfasern« zusammengefaßt. Da aber anderes (z. B. N ansevicra- Stricke) nur sehr wenig ausgeführt wird, fällt fast die ganze Masse der Waren auf Hyphaena- und Phoenixstreifen und -Bänder. Es sind ausgeführt:

1903 1904 S 20 789 Kilo im Wert von 57327 Mk.

1904 1905 472034 » » » » 60831 »

19051906 487196 » » » » 60228 »

Fast das ganze Quantum geht nach Zanzibar als Verpackungsmaterial, über

drei Viertel kommt aus Pangani, Saadani und Bagamoyo.

Wahrscheinlich kann man durch Zerschlitzen der Palmblätter ein Material hersteilen, wie es als »crin dAfrique« von Chamacrops aus Nord-Afrika in den Handel kommt.

7. Lodoicaea Sechellarum Labill.

Die Seschellennuß, doppelte Cocosnuß, Coco de mer, Maledivennuß,

und wie man sonst noch diese Abnormität des Pflanzenreichs bezeichnet, war früher eine große Rarität und galt als Regal der am indischen Ozean wohnenden Fürsten, die sie gelegentlich als Geschenke versandten oder geheimnisvolle Medizinen daraus machen ließen. Pigafetta(i522) und GarciadOrto erwähnten schon diese Nuß, von der man viele Wunderdinge fabelte. Wohl veranlaßt durch die sonderbare Form hielt man sie z. B. für ein großes Aphrodisiacum. Im Jahre 1749 fand man auf den zu den Seschellen gehörigen Inselchen Praslin, Curieuse und der »runden Insel« die einzigen Stellen, wo diese Palme wächst, deren Riesennüsse bisher nur als Treib­gut an die Küsten des indischen Ozeans gelangt waren (vergl. auch Y u 1 e un d Burneil S. 229).

Die getrockneten Nüsse werden oft in Zanzibar in den Indierläden verkauft.