Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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unscheinbaren Grashalmen über der Erdoberfläche erschienen. Ich kann der möglichsten Ausbreitung der überaus nützlichen Palme nicht genug das Wort reden, die mühelos Jahrzehnte hindurch das zum Leben so notwendige Fett liefert, das bei guten Verbindungen außerdem zusammen mit den Kernen (kichikichi) einen wichtigen Ausfuhrartikel liefert, der bekanntlich den Handelsmarkt in West- Afrika beherrscht und von dem für 50 Millionen Mark dort jährlich exportiert werden. Von Ujiji aus wird das dickflüssige Ol seit langem bis nach Tabora gehandelt, wo es fast immer auf dem Markt erhältlich ist. Das gute Gedeihen der Palme in Ostusambara bei Derema auf ca. 900 m ist festgestellt, wo sie schon Früchte trägt.

Erwähnenswert ist noch, daß nördlich vom Tanganika im Bezirk Usumbura aus dem Öle der dort ?igazi genannten Palme von den Eingeborenen Seife her­gestellt wird, kifefe genannt, indem das Öl mit Aschensalzen verseift wird. Die Seife kommt in fast faustgroßen Kugeln auf den Markt, die stark durch Kohle der Aschensalze verunreinigt sind. In Tabora macht man ein ähnliches Produkt, dort kifewe genannt, benutzt aber, glaube ich, viel andere Fette dazu, auch Rindertalg. Diese Seifenfabrikation, die nach ihrem Namen zu schließen wohl von den Negern erfunden wurde denn sonst heißt Seife mit europäischem Wort sabuni ist ethnographisch sehr merkwürdig, denn sonst ist die Seife eine nordeuropäische Erfin­dung, die dem klassischen Altertum aus dem Norden zuging. Um so merk­würdiger ist die offenbar selbständige Erfindung der Kifefe-Seife bei den Negern, die vielleicht aus West-Afrika stammt.

6. Hyphaena coriacea Gaertn.

Die Dum-Palme, wie sie gewöhnlich nach dem oberägyptischen Namen genannt wird. Man hat eine Menge (ca. 11) Arten dieser Palmengattung unter­schieden und bezeichnet die des ostafrikanischen Küstengebietes meistens als H. coriacea Gärtn., während z. B. H. thcbaica Mart, von den Nilfällen bis 5°30' nördl. Br. vorkommt, H. ventricosa Kirk., H. Petersiana Kl. und H. crinita Gärtn. in der Gegend Zambezi und bei Mossambik, letztere auch in D. O. A. bei Pangani leben soll.*) Die Unterschiede scheinen mir meist auf die Gabelung des Stammes und auf das Vorhandensein einer Anschwellung am Stamm gegründet zu sein. Nun gibt es aber stellenweis angeschwollene Hyphaena-Stämme in D. O. A., wie ich bei Gelegenheit der Borassus erwähnte,

*) Ich notiere noch: Hyphaena dura ntiac a Dam in von Langenburg am Rikwa-Sec.

H. Wendlandi Damm a. d. Kisaki-Steppe, mkase genannt.

H. Goetzii Damm zwischen Khutu u. Uhehe östl. Vidunda Berge. H. Bussei Damm vom Bubu-Fluß und Ugogo, gedrungen, oft schlauchförmig verdickt, oft unterirdisch verzweigt.

H. ftlagiocarpa Damm, Salzsteppe b. Igongo, ohne Gabelung. H. Peter sian a Klotsch im Mukondokwa-Tal.

H. maerocarpa Damm bei Daressalam.