Part 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Place and Date of Creation
Page
14
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

14

Namen pin-lang im Jahre 111 v. Chr. gebracht, nach Ost-Afrika wahrscheinlich zur Zeit der persischen Kolonisation, also zwischen 1000 und 1400.

Die Betel Palme steht in Zanzibar ziemlich häufig, an der Küste weniger; sie will einen reichen, feuchten Boden und große Wärme haben. Bei allen größeren Ansiedlungen ist sie zu finden, besonders reichlich am Pangani-Fluß, dorthin offenbar durch die arabischen Pflanzungen gebracht, die aus dem Verkauf der Nüsse einen mühelosen Gewinn zogen. Es will mir scheinen, als ob unter dem Einfluß der Europäer der Gebrauch des Betel etwas abkommt und durch den Tabak ersetzt wird.

2. Borassus flabellifer L.

Die Deleb- oder Borassus Palme ist über das ganze tropische Afrika, so­weit es sich nicht um zu feuchte Urwaldgebiete oder zu trockene Wüstensteppen handelt, sowie über Indien bis einschließlich der Sundainseln verbreitet und auch wohl in diesem ganzen Gebiet ursprünglich heimisch, das ja floristisch und faunistisch eng zusammenhängt.*) Allerdings scheint mir die indische Art doch erheblich von unserer ostafrikanischen Form abzuweichen, die ich vom Zambesi bis zum Albertsee beobachten konnte, während ich die indische besonders in der Provinz Madras in riesigen Mengen sah. Unsere afrikanische hat stets einen glatten, hellen und ziemlich dicken Stamm, der kerzengrade in die Höhe strebt, während die indische einen viel dünneren Stamm hat, der rauher und fast immer dunkelgrau ist, sich auch oft leicht krümmt. Man hat die afrikanische Form ja auch als Var. Aethiopum Mart, bezeichnet.

Eine scheinbar charakteristische Eigenart unserer afrikanischen Borassus ist ferner eine Anschwellung des Stammes, die durchweg in seinem oberen Drittel oder dicht unterhalb der Krone auftritt. Busse bildet aber Palmen ab, welche diese Anschwellung in der unteren Hälfte zeigen. Sie standen in der Steppe nicht weit von Mpwapwa. Und ich glaube mich zu erinnern, daß Borassus ohne jede Anschwellung am Quaquafluß hinter Quilimane in großen Mengen stehen. Busse beobachtete eine solche Anschwellung einmal auch bei einer Hyphaena- Palme, so daß diese Eigenschaft jedenfalls nicht absolut charakteristisch für unsere Borassus ist, wenn der Laie in unserem Gebiet sie allerdings immer am leichtesten daran erkennen wird. Ich überlasse dem Botaniker, zu unter­suchen, ob diese Anschwellung nicht vielleicht damit Zusammenhängen kann, daß während des Wachstums der Palmen einmal günstigere klimatische Bedingungen herrschten, etwa höhere Regenfälle, oder aber ob sie von der Fruktifikationsperiode abhängen. Regenreichere Perioden wechseln unzweifelhaft hier mit ärmeren ab, und da alle Palmen ja nicht nachträglich in die Dicke wachsen, sondern das ganze Wachstum nur am Vegetationspunkt stattfindet, so kann ich mir das Zu-

*) Nach der Meinung von Sir J. Hooker ist sie in Indien nicht wild, sondern nur kultiviert und von Afrika eingeführt.