Mehrteiliges Werk 
Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

DIE REGEN- UND TEMPERATURVERHÄLTNISSE IN SAMOA.

47

Beobachter war der jeweilige Pflanzungsverwalter, zuerst Herr E. Wagner, dann Herr A. Matth es. Die Regenmessungen umfassen die Jahre 1905 bis 1908 ohne wesentliche Lücken. Es sind dort auch Temperatur- und Wind­beobachtungen angestellt worden. Die Ablesungen erfolgten zweimal täglich, morgens und abends um 6 Ehr.

33. Ealealili (Süd-Upolu). Die Station liegt etwa in der Mitte der großen Dorfschaft Ealealili, wenige Meter vom Strande, der dort flach ist. Der Regenmesser stand in einer Kokospflanzung fiir Nord- und Westwinde nicht besonders günstig und dicht über dem Erdboden; Seewarten-Regenmesser.

Die Regenmessungen, wie auch Temperaturbeobachtungen, sind von Herrn Mac Earland ausgeführt worden und umfassen die Jahre 1905 bis 1908 ziem­lich vollständig, obwohl es nicht möglich war, bei gelegentlicher Abwesenheit des Beobachters einen geeigneten Vertreter zu beschaffen. Die Regenmessungen erfolgten meistens zweimal täglich, morgens und abends 6 Uhr.

34. Lotofanga (Süd-Upolu). Die Station liegt auf einem erhöhten Teile des Stranddorfes ca. 15 m hoch über dem Meere. Die Entfernung von der Küste beträgt etwa 80 m; Eirmen-Regenmesser.

Beobachter war Herr E r a s e r. Die Regenmessungen beginnen erst mit dem September 1908. Die Ablesungen erfolgen zweimal des Tages, morgens und abends um 6 Uhr. Die Ergebnisse sind jedoch in den Regenkarten nicht be­rücksichtigt worden, einmal der kurzen Beobachtungszeit wegen, hauptsächlich aber, weil wir vermuten, daß die Messungen mit einem falschen Meßglase ange­stellt sind; die Regenmengen betragen nämlich nur '/s bis '/* der von dem be­nachbarten Ealealili.

3) Die Regenverhältnisse Samoas.

Im tropisch-ozeanischen Klima ist die Temperatur im Laufe eines Jahres nur geringen Veränderungen unterworfen, daher bilden den wesentlichsten Eaktor die Niederschlagsverhältnisse. Das gilt hauptsächlich für Samoa, das sich als Pflanzungskolonie zu entwickeln beginnt und wo schon beträchtliche Kapitalien in Ländereien angelegt sind. Wir halten es daher für unsere vornehmste Pflicht, in diesen Dingen grundlegende Daten zu schaffen, welche der Regierung und den Pflanzern als Unterlage für ihre Entschließungen dienen können.

Bei der Bearbeitung erkennt man, wie außerordentlich typisch die Regen­verteilung in Samoa ist. Es ist daher von großem wissenschaftlichem Interesse, das gefundene Beobachtungsmaterial auch in theoretischer Hinsicht zu verarbeiten.

Die Regenmessungen laufen, seitdem das Samoa-Observatorium die Aufsicht über das Beobachtungsnetz im Jahre 1905 übernommen hat, ziemlich regelmäßig allmonatlich dort ein. Die meisten Stationen lesen zweimal täglich, morgens und abends 6 Uhr, den Regen ab. Herr Dr. Funk pflegt nach der Instruktion der Deutschen Seewarte nur einmal täglich den Regen zu messen und zwar bei dem Morgentermin um 7 Uhr. Bei der Bildung der Monats-Mengen pflegt die Deutsche Seewarte den am 1. morgens gemessenen Niederschlag nicht dem