3.
Die Regen- und Temperaturverhältnisse
in Samoa
nach den bis Ende 1908 vom Samoa-Observatorium gesammelten Beobachtungen an 34 Stationen
bearbeitet von
Otto Tetens und Franz Linke.
Vorgelegt in der Sitzung vom 12. Februar 1910 durch Herrn H. Wagner.
1) Die Entstehung des Beohachtungsnetzes.
Die Samoa-Inseln waren schon im 18. Jahrhundert und zu Beginn des 19. Jahrhunderts von einzelnen Seefahrern berührt worden, die erste dauernde Besiedelung durch Weiße geschah aber erst in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als sich dort Missionare der verschiedenen Bekenntnisse niederließen. Sie sind es auch gewesen, denen wir, obwohl die nächsten Jahrzehnte bald stärkeren Zuzug von weißen Seefahrern, Händlern und Pflanzern brachten, die wissenschaftliche Erschließung der Inselgruppe zunächst verdanken. Auch meteorologische Beobachtungen haben sie angestellt und so existiert eine Beobachtungsreihe aus den Jahren 1845—1858, die auf dem Seminar der Londoner Missionsgesellschaft in Malua gewonnen ist. Auch die Deutsche Handels- und Plantagen-Gresellschaft der Siidsee-Inseln zu Hamburg, die Erbin der großen Firma Godeffroy, erkannte die Bedeutung regelmäßiger meteorologischer Beobachtungen, insbesondere des Regens, für die Beurteilung der Pflanzungsverhältnisse. So finden wir denn bereits in den Jahren 1882—1888 eine ununterbrochene Reihe von Regenmessungen auf der Kaffeepflanzung von Utumapu.
Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss. zu Güttingen. Math.-phys. Kl. N. F. Band 7,4. o