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Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
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OTTO TETENS UND FRANZ LINKE,

Was die Insel Upolu betrifft, so erstreckte sich der Zuzug neuer Pflanzer, insbesondere in den ersten Jahren nach der deutschen Besitzergreifung, fast aus­schließlich auf das in der Nachbarschaft von Apia gelegene mittlere Gebiet der Nordhälfte. Die übrigen Teile der Insel sind etwa ebenso spärlich von weißen Ansiedlern besetzt, wie die Insel Savaii im ganzen.

Da die Regenverhältnisse für das Gedeihen der Pflanzungen und somit auch von Handel und Wandel überhaupt von der größten Bedeutung sind, kann es nicht auffallen, daß die Regenmessungen unter den meteorologischen Beobach­tungen derart den Hauptplatz einnehmen, daß keine der meteorologischen Sta­tionen vorhanden ist, die nicht Regenmessungen ausführte.

Wie bereits erwähnt, sind in dem meteorologischen Beobachtungsnetz auf Samoa Regenmesser verschiedener Art vertreten. Neuere Untersuchungen haben gelehrt, daß der Einfluß solcher Verschiedenheiten nicht sehr groß sein kann. Systematische Fehler werden also hierdurch nicht hervorgerufen sein. Es sei daher hier nur kurz erwähnt, daß auf den Stationen der Deutschen Handels­und Plantagen-Gesellschaft (D. H. & P. G.) ein von dieser Firma eingeführtes Modell englischen Ursprungs benutzt worden ist, im folgenden kurz nur als Firmen-Regenmesser bezeichnet. Der von Dr. Funk benutzte und ebenso die seit 1903 eingeführten Regenmesser sind nach der Angabe der Deutschen See­warte konstruiert und in folgendem kurz als Seewarten-Regenmesser bezeichnet. Einige im Jahre 1902 von dem Kaiserlichen Gouverneur besorgte Regenmesser sind Hellmannsche Tropen-Regenmesser.

Es hat sich leider nicht ermöglichen lassen, das Beobachtungsmaterial in extenso zu veröffentlichen. Jedoch wird jeder Interessent durch Vermittlung der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen auch nach Jahrzehnten noch Einsicht darin erhalten können. Dasselbe gilt von allen andern Beobach­tungen des Samoa-Observatoriums.

2) Klimatische Einteilung des Schutzgebietes und Beschreibung der

Beobachtungsstationen.

Um dem Leser gleichzeitig mit der Beschreibung der Stationen einen Ueber- blick über die klimatischen Verschiedenheiten von Samoa und deren Abhängig­keit von den topographischen und Windverhältnissen zu geben, müssen wir einige allgemeine Ergebnisse vorwegnehmen, deren Begründung erst in den folgenden Abschnitten ausführlich gegeben werden kann.

Mitten im Großen Ozean, der etwa ein Drittel der ganzen Erdoberfläche ausmacht, gelegen, 4000 km von Australien, doppelt so weit von Amerika ent­fernt, von Monsuneinflüssen vollständig unberührt, stellt Samoa den Typus des tropisch-ozeanischen Klimas dar. Im Südwinter liegt die Inselgruppe, deren