DIE METEOKOLOGISCHEN REGISTRIERUNGEN DEE JAHRE 1902 — 1906 .
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obachter hatte dazwischen einen viertel- bis halbstündigen Weg zurückzulegen. Seit Dezember 1903 fanden indessen die Lnftdruckbeobachtungen im unmittelbarem Anschluß an die übrigen meteorologischen Ablesungen statt. Da sich in der Reduktion des Barographen auf die Angaben des Quecksilber-Barometers ein nicht unerheblicher Temperatur-Koeffizient des Barographen herausstellte, hat Dr. Linke zur Erzielung möglichst genauer Temperaturwerte des Barographen diesen mit in die Wetterhütte gesetzt, sodaß man seitdem die vom Thermographen gelieferten Kurven als eine recht befriedigende Darstellung der Temperatur des Barographen ansehen kann. Aus denselben Gründen, wie beim Thermographen und Hygrographen hat Dr. Linke auch beim Barographen 1905 nur eine einzige tägliche Ablesung eingeführt.
Die Ablesungen des Quecksilber-Reisebarometers nebst denen des Barographen wurden gleich von vornherein in besonderen Tagesnotizbüchern niedergeschrieben und die Korrektionen seit 1905 sofort berechnet. Die vorhandenen Lücken in den Kontrolablesungen in den Jahren 1902 bis 1904 erklären sich, soweit sie nicht durch die Überführung der beiden Instrumente von Songi nach Lemuta, dem Observatoriumsplatze, veranlaßt worden sind, durch Reparaturen oder Reinigungsarbeiten im neuen Wohnhause sowie durch dessen etwas isolierte Lage. Übrigens hat der Barograph stets regelmäßig funktioniert und man darf annehmen, daß er weniger als die beiden Registrierapparate für Temperatur und Feuchtigkeit der Luft eine lückenlose Kontrolle durch ein Normalinstrument benötigt.
B. Die Bearbeitung der Barographen-Registrierungen.
Die eigentliche Bearbeitung der Barographenregistrierung erfolgte nach Rückkehr von Dr. Linke (1907). Wie bei der Besprechung der Temperatur- und Feuchtigkeitsregistrierungen genauer ausgeführt ist, wurden für jede Stunde Mittelwerte abgelesen, welche bei der bekannten Regelmäßigkeit der Luftdruckvariationen in den Tropen, auch der Mitte der betreffenden Stunde mit jeder nur erreichbaren Genauigkeit entsprechen.
An jeder einzelnen Zahl wurden nun zwei Korrektionen angebracht: Eine, welche für die ganze Woche, von Montag zu Montag, galt und die mittlere Abweichung zwischen Barographenregistrierung und den Barometerablesungen darstellte; die zweite ergab sich aus dem Temperatur ko effizienten des Barographen und wurde nach dem Thermographen berechnet.
Es stellte sich nämlich 1905 heraus, daß der Barograph einen recht erheblichen Temperaturkoeffizienten hatte, welcher sich aus den Kontrollablesungen, die ja bei ganz verschiedenen Temperaturen angestellt wurden, im Mittel mehrerer auf die verschiedenen Jahre verteilten Monate als 0.135 mm pro Grad Celsius ergab. Die nach den täglichen Ablesungen berechneten Korrektionen wurden daher auf eine Mitteltemperatur (27°) reduziert, um diesen erheblichen Tempe-