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OTTO TETENS UND FBANZ LINKE
V. Die Registrierung des Luftdrucks.
A. Aufstellung der Instrumente.
Zur Beobachtung der Luftdruckschwankungen batte das Kgl. Preuß. Meteorol. Institut einen Barographen von Fueß zur Verfügung gestellt. Als Kontroll- instrument benutzte Dr. Tetens ein von dem Kaiserl. Meteorologischen Landesdienst in Straßburg erworbenes Fueß’sches Quecksilberreisebarometer älterer Konstruktion mit Ablesung an beiden Schenkeln. Auf der Hinreise war zuletzt ein wenig Luft eingedrungen, die aber ohne große Schwierigkeit in Samoa wieder entfernt werden konnte. In Straßburg, Mailand und Melbourne war es mit dortigen Normalinstrumenten verglichen worden. Mitte 1906 wurde ein modernes Fueß’sches Stationsharometer mit reduzierter Skala in Benutzung genommen, nachdem es einige Wochen mit dem früheren verglichen worden war. Es ergab sich die Korrektion des neuen Barometers gegen das alte als + 0.15 mm.
Auf dem Observatoriumsplatz bot sich zunächst für den Barographen und das Quecksilber - Barometer kein Platz, da die einzige hierfür etwa in Betracht kommende Stelle, die absolute magnetische Hütte, eine zu starke tägliche Temperaturschwankung im Innern besaß. Die beiden Instrumente wurden daher in dem Ladenraum des in Songi gemieteten Wohnhauses untergehracht. Dort besaßen die täglichen Temperaturschwankungen kein die üblichen Wohnhäuser der Weißen übersteigendes Maß, besonders da die nach Osten vorgelegene Veranda einigen Schutz gegen die Strahlen der Morgensonne gewährte. Als Ende 1903 auf dem Observatoriumsplatz eine größere und mit einem verschließbaren Raum versehene Wohnhütte errichtet war und das in Songi gemietete Wohnhaus aufgegeben wurde, siedelten die beiden Instrumente für Luftdruck nach Lemuta über und hatten in diesem Samoahaus bis zur Fertigstellung des massiven Dienstgebäudes im November 1905 ihren Platz. Die Höhe über dem Meere wurde sowohl in Songi als auch im Samoawohnhause in Lemuta zu 2 bis 3 m angenommen. Seit dem 3. November 1905 hing das Barometer 4.67 m über der vorigen Höhe im Instrumentenzimmer des oberen Stockwerks an einer Innenwand.
Die Ablesung der Luftdruckinstrumente wurden ebenso wie die übrigen zunächst dreimal täglich in möglichstem Anschluß an die Termine 7 a, 2 p und 9 p vorgenommen. Wegen der anfangs notwendigen örtlichen Trennung konnte aber die Ablesung beider Gruppen nicht gleichzeitig erfolgen, sondern der Be-