Mehrteiliges Werk 
Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
Entstehung
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OTTO TETEN S UND FRANZ LINKE

Betrachtet man als bestes Mittel dasjenige, welches die geringste Ver­änderlichkeit besitzt und keinen jährlichen Gang erkennen läßt, so muß man dem Mittel aus den Extremtemperaturen in Samoa den Vorzug geben. Die Korrektion beträgt zwar 0.20°, variiert aber innerhalb des Jahres nur zwischen 0.15 und 0.28 bei Mittelwerten von 4 Jahren. Es ist überhaupt nur 2 mal vorgekommen, daß die Korrektion positiv war, abgesehen von diesen Fällen aber weichen die Mittelwerte nicht sehr von einander ab.

7 2 + 9 + 9

Das sonst so sehr bevorzugte Mittel - j -steht in Samoa an letzter

Stelle. Es gibt im Mittel um 0.19° zu tiefe Werte und variiert innerhalb des Jahres nach bestimmtem Gesetz zwischen + 0.07° (November) und + 0.29° (Mai), der jährliche Gang der Temperatur wird also um 0.22° gefälscht.

7 2 + 9

Dieselbe Abhängigkeit von der Jahreszeit zeigt das Mittel-g~' wenn­

gleich der Fehler im Jahresmittel sich heraushebt.

Diese Ergebnisse waren uns eine große Beruhigung, da wir die in Samoa verteilten Stationen zumeist mit Extremthermometern ausgerüstet haben. Ihre Beobachtung ist die bequemste, da sie nur einmal am Tage und zu einer in ge­wissen Grenzen beliebigen Zeit zu erfolgen braucht. Man kann mit größerer Sicherheit auf regelmäßige Ablesungen rechnen, als wenn die von andern Be­schäftigungen in Anspruch genommenen und vom Tropenaufenthalte etwas er­matteten Pflanzer, Händler und Missionare an drei genau bestimmten Terminen zu beobachten haben.

Luftfeuchtigkeit.

Die jährlichen Schwankungen der Feuchtigkeit gehen überall in engem Zu­sammenhänge mit denen der Temperatur vor sich. Der Dampfdruck ist am höchsten in der warmen Zeit, während die relative Feuchtigkeit in den meisten Gegenden den entgegengesetzten Verlauf hat: geringe relative Feuchtigkeit bei hohen Temperaturen.

In Samoa jedoch, wo die höchsten Temperaturen in die Regenzeit fallen, ist naturgemäß die relative Feuchtigkeit hier auch am größten.

In der folgenden Tabelle sind den Monatsmitteln der Feuchtigkeit noch die der Lufttemperatur zugefügt.

Monatsmittel der Feuchtigkeit.

Jan.

Febr.

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

Okt.

Nov.

Dez.

Temperatur

26.1

26.4

26.4

26.2

25.8

25.5

25.1

25.3

25.4

26.0

26.0

26.2

Dampfdruck

(mm)

21.12

21.42

21.12)

21.09 *)

20.43

19.92

19.49

19.35

19.76

20.33

20.85

20.92

Relat. Feuch­tigkeit (%)

84.2

84.2

83.0 9

84.0)

83.1

82 4

83.0

81.0

82.1

81.6

83.0

82.5

1) Die Monatsmittel der Feuchtigkeit für März und April sind wegen unzureichender Registrierungen in den Jahren 1903 und 1904 mit den benachbarten Monaten ausgeglichen.