Mehrteiliges Werk 
Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
Entstehung
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DIE METEOROLOGISCHEN REGISTRIERUNGEN DER JAHRE 1902-1906.

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IV. Die Registrierung der Temperatur und der Feuchtigkeit.

A. Aufstellung der Registrierapparate.

An Instrumenten waren vom K. Preuß. Meteorologischen Institut ein Thermograph und ein Hygrograph von Richard zur Verfügung gestellt. Man findet die Beschreibung bez. Abbildung dieser Instrumente z. B. in der Anleitung des genannten Instituts, Teil II, S. 2 und 3.

Als Normal-Instrument zur täglichen Kontrolle wurde ein eigens ange­fertigtes Paar Psychrometer - Thermometer von Lambrecht in Göttingen benutzt, deren Skala von + 10 bis 40 Grad reichte. Das feuchte Thermometer wurde dabei aus einem daneben anfgehängten, mit Wasser gefüllten und oben geschlossenen Glasrohr, das wochenlang ohne Neufüllung vorhielt, vermittels eines Dochtes benetzt. Außerdem standen ein Aßmannsches Aspirations-Psychro­meter sowie ein Schubertsches Schleuder-Psychrometer zur Verfügung. Diese beiden letzgenannten Instrumente sollten als eigentliche Kontrolle bei den Registrierapparaten benutzt werden. In der Tat haben sie etwa während der Hälfte der Beobachtungsperiode von Dr. Tetens gedient, während sie in der übrigen Zeit seiner Anwesenheit auf Samoa durch Beschädigung unbenutzbar waren; das Lambrechtsche Thermometerpaar aber wurde während der ganzen Zeit stets abgelesen.

Die Aufstellung erfolgte in einer von Göttingen mitgeführtenenglischen Hütte, die vom Tischlermeister Rode nach den Angaben von Dr. Tetens hergestellt war. Der Innenraum der Hütte war ein Meter breit, 60 cm tief und etwas über ein Meter hoch. Die Seitenwände waren mit doppelten Jalousien versehen, sodaß die von Westen und Osten kommenden Regenfälle völlig vom Innern ab­gehalten wurden. Die Vorder- und die Rückseite wurde von Flügeltüren einge­nommen, die nur mit einfachen Jalousien versehen waren. Dr. Linke hat 1905 auch diese Türwände inwendig mit einer zweiten Jalousie-Ausstattung versehen lassen. Das Dach war doppelt mit etwa 20 cm Zwischenraum. Seine Neigung

Abhandlungen d. K. Oes. d. Wiss. zu Göttingen. Math.-phys. Kl. N. F. Band 7,s. 6