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Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
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DIE METEOROLOGISCHEN REGISTRIERUNGEN DER JAHRE 1902 1906 .

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Die nebenstehende Figur 15 veranschaulicht in den ausgezogenen Kurven den Verlauf der beobachteten und der reduzierten Temperaturschwanlrung.

Zugleich sind in gestrichelten Kurven einmal der Sinus der Höhe der Sonne und weiter die Tageslänge graphisch dargestellt. Man hat in höheren Breiten einen Parallelismus mit jedem von beiden behauptet und auch theoretische Begründungen gefunden. Diese tropische Station eignet sich vorzüglich zur Entscheidung der Frage, da die Zenithdistanz zwei Maxima, die Tageslänge hin­gegen nur eins hat. Aus der Figur geht deutlich hervor, daß der Zusammen­hang der Temperaturschwankung mit der Tageslänge überwiegt. Ihre fett ge­strichelte Kurve könnte fast für den ausgeglichenen Verlauf der Temperatur­schwankung gehalten werden.

So hat denn diese einfache Rechnung gezeigt, daß die Reduktion r 0 = r + 0.67 (to - 5) + 0.05 (n - 15)

in Samoa einige Berechtigung hat. Und es wäre erwünscht, sie daraufhin an vermehrtem Materiale und mit Benutzung der einzelnen Tagesbeobachtungen aus­zuführen.

Die tägliche Periode der Lufttemperatur.

Es wird vielleicht bei manchem Leser Bedenken erregen, wenn wir eine Diskussion der täglichen Periode der Lufttemperatur auf Stundenmittelwerte be­gründen. Dem gegenüber machen wir auf die Ausführungen, auf Seite 60 u. f. aufmerksam, wo nachgewiesen war, daß die dadurch hervorgerufenen Unterschiede gegen die Auswertung der Kurven nach Stundenmomentanwerten weit unter 0.05° bleiben, sodaß bei den sonst vorhandenen Ungenauigkeiten diese Verschiedenheit garnicht ins Gewicht fällt.

Im Gegenteil läßt sich ohne Weiteres ersehen, daß der zufällige Fehler der einzelnen Stundenmittel bedeutend geringer ist als der zufällige Fehler der Momentanablesungen, in welche kurze Schwankungen in vollem Betrage eingehen. Durch die Einführung der Stundenmittelwerte bei der Auswertung von Registrie­rungen wird man deshalb mit einer geringeren Zahl von Beobachtungen zuver­lässigere Mittelwerte bekommen. Außerdem ist die rein technische Arbeitsleistung unseres Erachtens geringer, sodaß eine allgemeine Durchführung sehr zu em­pfehlen ist.

Das Minimum der Temperatur liegt dicht vor Sonnenaufgang, also zwischen 5 und 6 Uhr. Nur in den Monaten November und Dezember macht sich die längere Tagesdauer bemerkbar. Der Temperaturanstieg ist steil, solange der Seewind noch schwach entwickelt ist. Die Kurve erreicht jedoch ihren höchsten Stand schon gleich nach Mittag, weil der stärker gewordene Seewind ein weiteres Ansteigen der Temperatur hindert. Insofern fällt das Maximum auf dem Lande mit dem über den Ozeanen zeitlich zusammen.