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Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
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OTTO TETENS UND FRANZ LINKE

Die Terminbeobachtungen sind auf losen Zetteln mit Bleistift nieder­geschrieben. Formulare waren nicht vorgedruckt, vielmehr wurden die aus Konzeptpapier in der Größe von etwa 9x27 cm geschnittenen Zettel unter eine aus Karton verfertigte Schablone gelegt, die mit 34 Ausschnitten versehen war, sodaß jede abgelesene Zahl oder Notiz auf einen ein für allemal auf der Schab­lone festgelegten Platz geschrieben wurde. Ein Lederumschlag schützte das Papier mit der Schablone gegen Kegen und diente als Schreibunterlage.

Da ein wind- und regensicheres Bureaulokal nicht zur Verfügung stand, konnten die sich ansammelnden Ablesezettel nicht in wünschenswerter Weise zusammengehalten werden, und Dr. Tetens hat sie erst, nachdem er im November 1905 das gesamte Beobachtungsmaterial im Geophysikalischen Institut unter­bringen konnte, vollständig durchsehen, ordnen und in Pappfutteralen verwahren können. Einige Zettel, deren Datierung bei der Ablesung versäumt oder verfehlt war, ließen sich schließlich mit Hülfe der Kegistrierstreifen sicher identifizieren, da bei jeder Ablesung die beiden Koordinaten sowohl beim Thermograph als auch beim Hygrograph notiert worden waren.

Nach Schluß der über mehr als zwei Jahre durchgeführten regelmäßigen Terminablesungen schien der damit verfolgte Zweck erreicht zu sein. Mit Rücksicht auf die zahlreichen wichtigeren Anforderungen, die der zunehmende Umfang der Observatoriumsarbeiten an ihn und seine Gehilfen stellte, hat Dr. Linke von der Weiterführung abgesehen und sich auf eine täglich einmalige Kontrollablesung beschränkt, die er innerhalb der Woche möglichst auf ver­schiedene Tagesstunden legte.

B. Bearbeitung der Thermographen- und Hygrographen-Registrierungen.

Wenn auch in den Jahren 1905 und 1906 die Korrektionen des Thermo­graphen und des Hygrographen, wie sie sich aus den täglichen Ablesungen er­gaben, zur besseren Überwachung der Instrumente und der Beobachtungen schon in Samoa berechnet wurden, so konnte doch an eine eigentliche Verarbeitung der Registrierungen wegen Mangel an Personal an Ort und Stelle nicht gedacht werden. Wir waren uns zwar bewußt, daß das ein prinzipieller Fehler sei; ihn abzuändern lag jedoch nicht in unserer Hand. Bei Bearbeitung von Beobach­tungen pflegen sich stets diese oder jene Untersuchungen als wünschenswert zu erweisen, die jedoch nach Rückkehr nach Deutschland nicht mehr zu er­möglichen sind. Für die meteorologischen Registrierungen gilt dies weniger, weil hierfür die notwendige Erfahrung von vorn herein vorhanden war und schon bei der Anstellung der Beobachtungen auf alle Möglichkeiten Rücksicht genommen werden konnte. Immerhin wird beim Barographen eine solche Ungenauigkeit zu erwähnen sein.

In einem Punkte weicht die Bearbeitung der meteorologischen Registrierungen von dem üblichen Modus ab: Es wurden grundsätzlich keine Momentan-