Mehrteiliges Werk 
Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
Entstehung
Seite
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OTTO TETE NS UND FRANZ LINKE,

B. Verarbeitung der Sonnenscheinregistrierungen.

Die Verarbeitung der Registrierungen geschah in der üblichen Weise.

Außer der Tagessumme ist das Verhältnis der tatsächlichen zur möglichen Sonnenscheindauer berechnet worden. Dabei ist jedoch in Anrechnung gebracht worden, daß auf dem Campbell-Stokessehen Apparat die erste und die letzte halbe Stunde nicht registriert werden kann, einesteils weil die Sonnenstrahlen zu schwach sind, zweitens weil der Registrierstreifenträger einen Teil der Glas­kugel beschattet und so die Wirksamkeit der Sonne beeinträchtigt. Beob­achtungen zeigten, daß bei der Berechnung der prozentualen Sonnenscheindauer ziemlich genau eine Stunde von der astronomischen Tageslänge in Abzug zu bringen ist. Den Beweis für die Richtigkeit dieser Korrektion gibt die Tatsache, daß bei ganz klaren Tagen 100 °/o nahe erreicht wurden, während sich nur sehr selten eine höhere Zahl ergibt.

Entgegen dem Gebrauch anderer Stationen ist in der Zusammenstellung auf Seite 56 der tägliche Gang der Sonnenscheindaner nicht in monatlichen Stunden­summen, sondern wie durchgehends in Stundenmitteln ausgedrückt.

Die Registrierung der Sonnenscheindauer bildet einen Ersatz für die bisher nicht eingeführte Registrierung der Bewölkung. Die Ergänzung der Prozente der möglichen Sonnenscheindauer zu 100 ist also ein Maß für die Bewölkung während der Zeit zwischen Sonnenauf- und Untergang. 100 °/o der möglichen Sonnenscheindauer entspricht der Bewölkung 0, während 0 °/o vollkommen be­wölkten Himmel bedeutet. Nach der gewöhnlichen Bezeichnungsweise zählt man die Bewölkung jedoch nicht von 0 bis 100, sondern von 0 bis 10. Es sind also die Differenzen der möglichen Sonnenscheindauer von 100 durch Division durch 10 in die entsprechenden Angaben der Bewölkungsbezeichnung überzufübren.

Durch die inzwischen eingeführten regelmäßigen Wolkenbeobachtungen ist später nächzuweisen, in wieweit diese Ableitung der Bewölkungsziffern aus den Sonnenscheinregistrierungen gestattet ist. Ferner sind die heiteren und die trüben Tage ausgezählt worden. Als heitere Tage sind alle diejenigen bezeichnet worden, bei denen das Verhältnis der wirklichen zur möglichen Sonnenschein­dauer > 75 °/ 0 war, während die Tage mit :£= 25 °/o Sonnenschein als trübe ge­rechnet wurden.

O. Ergebnisse der Sonnenscheinregistrierung.

Die Sonnenstrahlung ist die Ursache aller meteorologischen Vorgänge. Die Kenntnis der Dauer und der Variationen des Sonnenscheins ist daher für alle theoretischen Untersuchungen in der Meteorologie von größter Bedeutung.

Die Tabellen beziehen sich auf die zwei Jahre 1905 und 1906. Die Monats­summen der Sonnenscheindauer weichen erheblich von einander ab, je nach der Witterung (Oktober 1905 fast 230 Stunden, Juni 1906 nur 121). Immerhin