DIE METEOROLOGISCHEN REGISTRIERUNGEN DER JAHRE 1902 - 1906 .
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III. Sonnenscheindauer.
A. Aufstellung des Sonnenscheinautographen.
Seit Ende Januar 1905 ist ein Campbell-Stokesscher Sonnenscheinautograpk in Tätigkeit: In der Eokalfläclie einer Glaskugel ist ein Registrierbogen angebracht, auf dem die Sonne, wenn sie scheint, ein Loch brennt. Dieser Apparat ist jedoch nur für mittlere Breiten eingerichtet. Für Samoa mußte man ihn, um den Lichtpunkt immer auf dem Papier zu halten, auf einer nach Norden geneigten Ebene befestigen, deren Neigung durch Scharniere geändert werden kann. Es gelingt dann immer eine Stellung zu finden, für welche der Lichtpunkt während des Tages auf einer der verschieden geformten Registrierbogen verbleibt. Da die Sonne nie vor 6 Uhr früh und niemals nach 6 Uhr abends wirksam ist, wurden Registrierbögen und Registrierbogenträger um ein entsprechendes Stück verkürzt.
Es war nicht leicht in den ersten Monaten 1905, vor Beendigung des Baues eines Dienstgebäudes mit Turm, einen guten Aufstellungsort zu finden, wo die Glaskugel sowohl von Osten wie von Westen von den Sonnenstrahlen ungestört getroffen werden konnte. Es mußte ein Pfosten an der äußersten Spitze der Landungsbrücke (s. Tafel 2 und 7 der Abhandlung I des Samoa-Observatoriums) in das Korallenriff getrieben und auf diesem der Autograph befestigt werden.
Vom November 1905 ab befand er sich auf dem Turm, etwa 14 m über der Erde und in mindestens gleicher Höhe mit den Palmen.
Eine Schwierigkeit war insofern vorhanden, als der nach unten gewölbte Registrierbogenträger zur Ansammlung von Regenwasser Anlaß gab. Wenn also bei böigem Wetter Sonnenschein und Regenschauer abwechseln, so können um die Mittagsstunden, 11 bis 1, bisweilen dadurch Lücken entstehen, daß das Papier zum Versengen noch zu feucht ist. Wenn auch diese Möglichkeit zugegeben werden muß, so ist doch die Wahrscheinlichkeit sehr gering und es ist nur ein einziger Fall bekannt geworden.
Abhandlungen d. K. Oes. d. Wiss. zu Göttingen. Math.-phys. Kl. N. F. Band 7, a.
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