DIE METEOROLOGISCHEN REGISTRIERUNGEN DER JAHRE 1902 — 1906 .
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B. Die Bearbeitung der Regenregistrierungen.
Was die Bearbeitung der ßegenmessungen betrifft, so wurde für die ersten Jahre Anfangs- und Endminute für jeden sichtbaren Regenfall, Stand der Schreibfeder für jede volle Stunde einzeln abgelesen, während für die beiden letzten Jahre sogleich die zu veröffentlichenden Differenzen — Regendauer und Stundenmengen — den Streifen entnommen wurden. Der Betrag der abgeheberten Regenmenge wurde während dieser letzten Jahre ebenfalls den Registrierstreifen entnommen und so angesetzt. Die wirklich abgeheberte Menge ergab im Jahre
1905 ... 0,9 % mehr
1906 . . . 1,1% „
als die aus den Registrierungen geschlossenen Mengen. Die Abweichungen sind also unerheblich. Bei der Reduktion der ersten beiden Jahre wurden die aus den Messungen ermittelten abgeheberten Regenmengen zur Bestimmung derjenigen Größen benutzt, die zu den Streifenangaben nach dem Umkippen hinzuzufügen waren, um sie mit den Streifenangaben vor dem Umkippen in Verbindung zu setzen. Die mit dem Meßglase bestimmte Kippmenge betrug in der Regel nur wenige Zehntel mm weniger oder mehr, als der Idealwerfc von 10 mm. Dieses Reduktionsverfahren hat zu keinen Widersprüchen geführt, stellt einen Kompromiß dar zwischen den Methoden, entweder den Betrag 10^0 mm oder den häufig nicht deutlich erkennbaren und — besonders bei starken Regengüssen auch ziemlich verkürzten Betrag des tatsächlichen Herabgleitens der Schreibfeder anzusetzen. Zur Aufklärung dieser kleinen durch verschiedene Reduktionsverfahren möglichen Abweichungen wäre es vielleicht zweckmäßig, an einer geeigneten Versuchsstelle mehrere Regenmesser dieser Konstruktion unmittelbar neben einander aufzustellen und zwar so, daß sich ihre Schreibfedern in verschiedenen Phasen der Höhenstellung befinden, sodaß sie nicht gleichzeitig hinabgleiten. Der Regenmesser hat sich übrigens recht gut bewährt. Nur ein oder zwei Mal hätte man die Blechkanne größer gewünscht. Bei der Ablesung des Streifens bieten neben den bereits erwähnten sehr heftigen Regengüssen die ganz feinen Regenfälle einige Schwierigkeit, da hierbei die Entscheidung darüber oft schwer ist, ob man es überhaupt während der betreffenden Zeit mit einem Regen zu tun hat, oder ob es sich nur um ein rein instrumenteiles, vielleicht durch einzelne am Auffangtrichter oder im Zuleitungsrohr haften gebliebene Tropfen vom vorhergehenden Regenfalle bewirktes Ansteigen der Schreibfeder handelt. Bisweilen hat auch offenbar der Schwimmer oder dessen Eührungsstange ein wenig festgesessen, doch wird dann in der Regel ein plötzlicher Aufstieg das Ende und damit das Vorhandensein einer solchen Störung dokumentieren. Die wenigen durch derartige Anlässe bewirkten Störungen sind bei der Bearbeitung unter Hinzuziehung der Aufzeichnungen des Thermographen und des Hyrographen ergänzt worden und werden insbesondere deswegen keine erhebliche Beeinträchtigung der im übrigen regelmäßig bedienten und vollständigen Regenbeobachtungen bedeuten, weil durch die Messung der
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