Mehrteiliges Werk 
Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
Entstehung
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DIE METEOROLOGISCHEN REGISTRIERUNGEN DER JAIIRU 1902 1906 .

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II. Registrierung des Regens.

A. Die Aufstellung der Regenmesser.

Der von Professor Hellmann angegebene registrierende Regenmesser wurde von Pueß in Steglitz Anfang 1902 geliefert. Der Regenmesser ist in den Ver­öffentlichungen des Königlichen Preußischen meteorologischen Institus eingehend beschrieben. In Mulinuu erhielt das Instrument seine Aufstellung in der Mitte eines von etwa 5 bis 10 Meter hohen Palmen eingeschlossenen Platzes, der gegen 20 Meter Durchmesser besaß. Von dem Regenmesser aus gesehen, überragte der Palmenkranz die zulässige Hohe von 45 Grad nicht wesentlich. Aus seinen Kronen wurden öfters so viele Blätter herausgeschnitten, als ohne dauernde Schädigung der Bäume tunlich schien.

Anfang 1905, als die Bäume allmählich immer mehr herangewachsen waren, wurden die nächsten gefällt. Der Platz bekam dadurch einen Durchmesser von etwa 30 m, während die umgebenden Palmen nicht höher als etwa 12 m waren.

Es wird schwer zu ermitteln sein, ob und in welchen Fällen die umgebenden Palmen die gemessene Regenmenge vergrößert oder verkleinert haben. Jedenfalls befand sich aber der Regenmesser erheblich freier aufgestellt, als es an den meisten anderen Stellen auf Samoa möglich gewesen wäre. Freiere Plätze von bedeutendem Umfang sind dort überhaupt nicht vorhanden.

Zwei nebeneinanderstehende, gleichartige Regenmesser können Unterschiede in den gemessenen Regenmengen von 5 °/o ergeben, wenn die Aufstellung gut ist; fehlerhafte Aufstellung kann Unterschiede bis zu 50 °/o liervorrufen. Während einerseits nahestehende Hindernisse, wie Häuser und Bäume, den Rogen abfangen oder das gemessene Regenwasser durch Hinzutropfen fälschlich vermehren können, wirkt andererseits eine allzufreie Aufstellung dadurch störend, daß der Wind und insbesondere die vom Regenmesser selbst veranlaßten Luftwirbel die Regentropfen über die Auffangefläche liinwegtreiben.

Abhandlungen d. K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Math.-phys. Kl. N. F. Band 7,i.

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