DIE METEOROLOGISCHEN REGISTRIERUNGEN DER JAHRE 1902 — 1906 .
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wesen war, 1.8 in das Schema eingetragen. Darunter wurden nur zwei Stufen unterschieden, 1 und 0; erstere, wenn Kontakte während einiger Stunden überhaupt nicht kamen, die Schwankungen der Windfahne jedoch anzeigten, daß noch etwas Wind wehte; 0 wurde geschrieben, wenn auch die Windfahne ganz still stand. Auf diese Weise wurde versucht, der Wirklichkeit möglichst nahe zu kommen.
Da die Registrierung der stärkeren Winde recht sicher ist und die Unsicherheit sich nur auf die ganz schwachen Winde unter 1.8 m. p. s. erstreckt, ist eine nennenswerte Fälschung der Mittelwerte des Tages, Monats und Jahres nicht zu befürchten. Höchstens kann der tägliche Gang während der Nachtstunden um V 2 m falsch sein.
C. Die Ergebnisse der Registrierungen des Windes.
Zum Verständnis der Ergebnisse der Registrierungen des Windes muß zuvor auf die Eigentümlichkeit der Lage der Station eingegangen werden:
Samoa liegt im Bereich des Südostpassates. Nach den Beobachtungen auf Schiffen hat W. Koppen im Segelhandbuch für den Stillen Ozean gezeigt, daß im südlichen Winter der Passat hier als regelmäßiger Südostpassat auftritt, während er im Sommer fast ostnordöstliche Richtung hat, schwächer weht und oft von andern, meist westlichen Winden unterbrochen wird.
Die Samoa-Inseln, speziell die Insel Upolu erstrecken sich nun genau in der Richtung des Passates. Sie sind sehr gebirgig; Upolu hat bei einer mittleren Breite von 16 km fast 1 km hohe Gebirgsketten. Sie bewirken, daß die zu ihnen senkrechte Komponente der übers Meer daher kommenden Winde aufgehoben wird, daß aber der ihnen parallel gerichte Passat an der Küstenlinie entlang weht und dabei alle Windungen mitmacht. So kommt es, daß der Passat in Apia ein reiner Ostwind ist und seine südliche Komponente nicht zur Geltung kommt.
Außer dieser der allgemeinen Zirkulation angehörenden Luftströmung kommen in Apia die Land- und Seewinde stark in Betracht, welche dadurch noch verstärkt erscheinen, daß der Landwind zugleich Bergwind, der Seewind zugleich Talwind ist. Dieser Land- und Bergwind kommt allgemein von Süd, durch lokalen Einfluß jedoch entweder von Südsüdost oder Südsüdwest; der Seewind hat rein nördliche Richtung.
Unter dem Einflüsse dieser lokalen Winde wird der Passat aus seiner eigentlichen Bahn abgelenkt, sodaß er nachts und früh als Südostwind, mittags und nachmittags als Ostnordostwind auftritt.
Nach diesen Vorbemerkungen wird umstehende Tabelle weitere Auskunft geben.
Abhandlungen d. K. Oes. d. Wiss. zu Göttingen. Matli.-pliys. KI. N. F. Band 7,a.
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