DIE METEOROLOGISCHEN REGISTRIERUNGEN DER JAHRE 1902 — 1906 .
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die Samoa-Inseln verteilt sind, soll im Zusammenhang mit Reisebeobachtungen und auf Grund der Ergebnisse der vorliegenden und der von Dr. Tetens in Aussicht stehenden Abhandlung in einer besonderen Zusammenfassung: „Das Klima der Samoa-Inseln“ von Dr. Linke erfolgen.
Leider war es nicht möglich die Beobachtungen in extenso zu veröffentlichen. Durch zusammenfassende Tabellen, Auszählungen und andere statistische Bearbeitungen ist jedoch die Benutzung des Materials nach vielen Hinsichten ermöglicht. Um allgemein eine Anschauung über den Witterungs verlauf zu geben, sind von einem Monate der Passatzeit und einem der Regenzeit des Jahres 1906, wo alle Registrierungen vorliegen, die stündlichen Werte am Ende der Abhandlung zusammengestellt.
I. Windrichtung und Windstärke.
A. Aufstellung der Windfahne und des Anemographen.
In den Gegenden, welche durch typische Winde ihr klimatisches Gepräge erhalten, ist der Wind das wichtigste und charakteristischste Element. Für das Verständnis der Witterungsvorgänge in Samoa ist es also nötig, zuerst auf die Windverhältnisse einzugehen. Leider können wir uns nur auf die Registrierungen eines einzigen Jahres stützen (1906). Immerhin wird es bei der — wie gezeigt werden soll — außerordentlichen Gleichmäßigkeit der Witterung möglich sein, einige wichtige Ergebnisse abzuleiten.
Während der provisorischen Unterbringung des Observatoriums in Samoahütten fehlte es zur Einrichtung von Windregistrierungen an einer zweckmäßigen Aufstellung einer Windfahne und eines Anemometers, welche eine Registriervorrichtung besessen hätten. Dr. Tetens hat sich für seine Terminbeobachtungen dadurch geholfen, daß er die höchste Kokospalme kappen und eine Windfahne darauf befestigen ließ, welche auch mit einer beweglichen Tafel zum Schätzen der Windstärke versehen war.
Erst nach Fertigstellung des Dienstgebäudes im Dezember 1905 konnte zur Aufstellung eines registrierenden Anemometers für Richtung und Stärke geschritten werden. Dr. Linke entschied sich für das Instrument von Dr. O. Steffens (A. Saß & Co., Berlin), welches —• wie vorausgenommen werden soll — im Ganzen zur Zufriedenheit funktioniert hat.
Auf der 13 m hohen Plattform des Turmes wurde ein 3 m hohes eisernes Rohr aufgestellt, auf dessen Spitze die auf Kugeln gelagerte, zur Oelung eingerichtete Windfahne angebracht war. Ihre Axe setzt sich in einem eisernen Draht fort, welcher innerhalb des Eisenrohrs und darauf in einem weiten Rohre