Mehrteiliges Werk 
Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
Entstehung
Seite
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OTTO TETENS UND FRANZ LINKE,

Für Sturm war vorgesehen, die Kontakte auf einem schnelllaufenden Drachen­meteorographen schreiben zu lassen.

Die Aichung des selbstverfertigten Apparates geschah mit einem kleinen von R. Fueß geprüften Schalenkreuz. Sie zeigte, daß der Anemograph auf Windgeschwindigkeiten unter 1.8 m. p. s. nicht mehr reagierte. Und das war der eine Mangel des Instruments. Ein anderer war der elektrische Antrieb. Man sollte ihn in den Tropen nach Möglichkeit vermeiden. Die isolierten Zu­leitungen leiden sehr, die Batterien werden erschreckend schnell schwach, im Elektromagneten oxydieren die Drähte und dergleichen mehr. Als nun gar durch ein Mißverständnis die vom Observator in Deutschland bestellten Ersatz- batterieen ausblieben, kamen häufige Lücken vor, welche die Vertrauenswürdig­keit der Registrierungen etwas beeinträchtigen.

Der Apparat konnte natürlich nur als Uebergangsinstrument gedacht sein; für dauernden Betrieb war die Konstruktion viel zu zart. Es wurde daher schon Mitte 1906 ein Anemograph für ständigen Betrieb beantragt. Leider kam auch hierbei ein Mißverständnis vor, sodaß das Instrument erst Mitte 1907 nach Apia abgeschickt worden ist.

Die Aufstellung der Windfahne und des Schalenkreuzes 16 m über der Erde, und rund 18 m über dem Meere entsprach dem, was von den Registrierungen erwartet wurde: Aufschluß über Häufigkeit der einzelnen Windrichtungen, ihrer mittleren Stärke, ihrer täglichen und jährlichen Periode an der Erdober­fläche. Es ist bekannt, daß schon eine Verdoppelung der Höhe genügt hätte, um merkliche Veränderung der Verhältnisse zu finden.

Aus dem Situationsplan auf Tafel 1 ersieht man, daß der Wind von allen Seiten mit Ausnahme von SE wenigstens die letzten 2 km über Wasser zurücklegt. Die Windfahne stand auf der Südwestecke des Hauses, in einem nach Süden offnen, im Durchmesser 50 m großen, von Palmen freien Halbkreise. Diese Palmen waren mit Ausnahme einzelner entfernt stehender niedriger. Im Süden standen etwa 6 m hohe Bananen.

B. Die Bearbeitung der Windregistrierungen.

Die Bearbeitung der Windregistrierung geschah so, daß von jeder Stunde die mittlere Richtung und Geschwindigkeit des Windes von dem Registrierbogen abgelesen wurden. Ersteres machte keine Schwierigkeit. Die Registriernngen der Windrichtung weisen nur ganz untergeordnete Lücken auf. Hingegen konnte es nicht vermieden werden, daß bei der Auswertung der Windgeschwindigkeit willkürliche Maßnahmen unterliefen. Dahin gehört hauptsächlich die Registrie­rung der schwachen Luftbewegungen. Unter 1.8 m. p. s. Geschwindigkeit blieben die Kontakte aus. Bei der Ablesung wurde daher, sobald nur in großen Zwischenräumen Kontakte aufgezeichnet waren, d. h. weniger als 0.5 Kontakt pro Stunde, andrerseits aber die Schwankungen der viel empfindlicheren Wind­fahne anzeigten, daß eine gleichmäßige schwache Luftströmung vorhanden ge-