Mehrteiliges Werk 
Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
Entstehung
Seite
62
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62 HERMANN WAGNER,

sodaß die Luft dicht unter dem Dach frei zirkuliert. Es ist ein nach Norden und Süden schräg abfallendes, mit Roburit belegtes, doppeltes Holzdach, das nach allen Seiten so weit übersteht, daß der Regen nicht ins Innere gelangen kann. Die Rahmen für die Oberlichtfenster ragen soweit aus dem Dache heraus, daß sich auch hei den stärksten Regengüssen das Wasser nicht hindurchdrängen kann. Die Gesamtkosten dieses neuen absoluten Hauses betrugen unter Ver­wendung des alten Materials nur etwa 1300 JL

3. Erdmagnetische Arbeiten.

Sogleich nach Ankunft nahm ich eine Reinigung und Neuaufstellung der magnetischen Registrier-Instrumente vor, konnte jedoch infolge verschiedener Art von Schwierigkeiten meine Absicht, schon am 1. Januar mit der Registrierung anzufangen, nicht ausführen. Erst Mitte Januar beginnen die absoluten Messungen, doch sind infolge ungewohnter Zwischenfälle in den ersten Monaten noch manche Lücken vorhanden. Besonders viel Sorge verursachte es, daß an den kleinen zwecks Dämpfung in engen Kupferplatten schwingenden Magneten wohl unter Einfluß der feuchten Hitze allmählig haarförmige Pilze wuchsen, die so lang wurden, daß Reibung eintrat. Diese Härchen waren so fein, daß ich sie im schlechterleuchteten Raume garnicht erkennen konnte und lange Zeit wie vor einem Rätsel stand. Bewegte man die Magnete stark, so zerrissen die Pilzfäden und die Reibung war beseitigt, bis nach einiger Zeit die Fäden nachgewachsen waren. Andere Schwierigkeit machte die Eschenhagen- Edlersche Wage. Sie war noch nach dem ältesten Modell gearbeitet. Der Wagemagnet lagerte mittels Spitzen auf Achatplatten. Wenn nun mikroskopisch feiner Staub, kondensierter Wasserdampf und jene gefährlichen Pilze sich an der Stelle festsetzten, wo die Spitze auf dem Stein liegt, trat allmählich Verminderung der Empfindlichkeit ein. Diese schritt dann so schnell vorwärts, daß die Regi­strierung nach wenigen Tagen unbrauchbar wurde. Trotz vieler, vieler Mühen gelang es mir erst Mitte des Jahres 1905 einen Ausweg zu finden: Es wurde täglich beim Bogenwechsel eine Empfindlichkeitsbestimmung durch Ablenkung des Wagemagneten mittels eines Hilfsmagneten mit bekanntem Moment gemacht. Durch die starke Bewegung des Wagemagneten wurden jene kleinen Ab­lagerungen jedesmal weggedrückt. Außerdem wurde natürlich die Empfindlich­keit am betreffenden Tage gefunden. Diese Maßregel hat sich recht gut bewährt. Leider war der aufgeschliffene Spiegel nicht mehr gut, sodaß die registrierte Kurve der Vertikal-Intensität nicht auf die gleiche Schärfe gebracht werden konnte wie die der andern Instrumente.

Die tägliche Bedienung der Registrierapparate geschah um 8 Uhr früh. Sie bestand in Kontrolle der Uhren durch Beobachten der Schirmrückfälle, Bogen­wechsel, Uhraufziehen, Lampenfüllen mit Petroleum und Skalenwertbestimmung der Wage. Die Skalenwerte (Werte des Millimeters der Kurvenordinate in ab­solutem Maße) wurden mittels eines Hilfsmagneten bei der Horizontal-Intensität