DAS SAMOA - OBSERVATORIUM. 53
überlassen, den ich denn auch über die Situation der einzelnen Stationen, die Persönlichkeit der Beobachter usw. durch ausführliche Notizen orientierte.
11. Rückreise.
Während ich den größten Teil meines G-epäckes auf dem weit billigeren Wege über Sydney und Sues abgehen ließ, auf dem es Mitte August in Bremen eintreffen mußte, schlug ich selbst den Weg durch die Vereinigten Staaten ein.
Nach einer sehr unruhig verlaufenen Überfahrt mit dem Dampfer „Maori'', Kapitän Allen, kam ich am Morgen des 5. Juni 1905 in Pango-Pango an und machte sogleich dem Gouverneur, Commander Moore, einen Besuch.. Meiner Bitte entsprechend, gab er mir sofort Gelegenheit, den Vorsteher des dort im Werden begriffenen Observatoriums, Herrn C. W. Fredericic, kennen zu lernen. ‘) Dieser nahm mich freundlichst auf und führte mich zu dem von den übrigen Anlagen und Wohnplätzen der Marine-Station etwa eine halbe Stunde entfernten Obser- vatoriumsplatz, der auf einem west-östlich streichenden, in die Bucht hineinragenden Rücken gegen 70 m über dem Meeresspiegel gelegen war.
Von Pango-Pango fuhr ich am nächsten Morgen, den 6. Juni, mit dem Dampfer „Ventura“ der Oceanic Steamship Co. über Honolulu nach San Franzisco weiter. Um nicht die durch das Eintreffen meiner Frachtsendung in Bremen gegebene Reisedauer zu überschreiten, und da mir eine Verminderung der für den amerikanischen Kontinent vorgesehenen sechswöchentlichen Durchquerungsdauer nicht empfehlenswert schien, hatte ich auf eine genauere Besichtigung der interessanten Inselwelt von Havaii — wo sich der mächtige Vulkan Kilauea gerade im Ausbruch befand — Verzicht zu leisten. In Honolulu hielt sich der Dampfer nur so kurze Zeit auf, daß ich das entfernte magnetische Observatorium nicht besuchen konnte, zu dessen Erreichung man die Eisenbahn zu benutzen und noch eine längere Fußwanderung auszuführen hat.
Bei meiner Weiterreise von Honolulu machte sich ziemlich plötzlich eine erhebliche Temperaturabnahme geltend, sodaß sich bei mir seitdem eine auf Samoa nur wenig empfundene katarrhalische Affektion beträchtlich steigerte, an der ich dann noch lange zu leiden hatte. In San Franzisco speziell, wo ich am 19. Juni ankam, hatte ich während der dort — teils mit der Vorbereitung meiner Weiterreise, teils mit der Besichtigung der Sternwarten, ähnlicher Institute und der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt und der Umgebung - verbrachten Woche beständig einen rauhen, staubigen Wind auszuhalten. Ich hätte daher schon aus diesem Grunde von den acht für die Weiterfahrt möglichen Routen die südlichste, die Santa Fe-Linie gewählt, wenn ich diese nicht schon um deswillen von vornherein ins Auge gefaßt hätte, weil sie mich zu den Sternwarten des Westens
1) Über das dort in jener Zeit im Bau begriffene Institut habe ich ausführlich an die K. Gesellschaft berichtet. Es verlohnt jetzt, wo seine Aufhebung beschlossen ist, nicht, diese Ausführungen hier abzudrucken, doch möchte ich die freundliche Aufnahme, die ich bei dem damaligen Leiter, Herrn C. W. Frederick fand, dankend hervorheben.