Mehrteiliges Werk 
Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
Entstehung
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DAS SAMOA - OBSERVATORIUM.

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anderem Rohr geflochtenen Umwandung und durch einige einfache Einrichtungs­gegenstände zu einer ausreichenden Schlafstelle umformen, sodaß ich mir seitdem wenigstens des Abends spät und des Morgens früh jenen Weg ersparte. Ich schritt sodann zum Bau eines als Wohn- und Arbeitsraum geeigneten größeren Samoa-Hauses mitten auf dem Observatoriumsplatze. (Taf. II, Nr. 8).

Für diese Neubauten sah ich davon ab, einen der überaus anspruchsvollen eingeborenen Baumeister mit ihren Leuten anzustellen, vielmehr übertrug ich ihre Beaufsichtigung dem schon seit Ende 1902 mit der Oberaufsicht auf dem Obser­vatoriumsplatze, mit den vielfach erforderlichen Ausbesserungen an den verschiedenen Baulichkeiten, sowie mit dem Dolmetschamt bei den Verhandlungen über Lieferung von einheimischen Baumaterialien betrauten eingeborenen Wärter Exossi, der allerdings in Folge stark ausgebildeter Elephantiasis körperlich vielfach be­hindert war. Er war in der Lage, Arbeitskräfte aus seiner Verwandtschaft billigst zu besorgen, und ich konnte so ohne die sonst mit derartigen Bauten verbundenen sehr beträchtlichen Unkosten fertig werden, die den eingeborenen Bauherren in Gestalt der beständig von den Bauleuten geforderten reichlichen Beköstigung besonders fühlbar zu werden pflegen. Durch beträchtlich höhere Pfosten und durch einen verschließbaren Mittelteil zeichnete sich das Haus vor den Ein- geborenen-Hiitten ähnlicher Art aus. Um auch in den offen verbliebenen halbrunden Endteilen des Hauses vor den meist frei umherlaufenden Hühnern und Schweinen der Samoaner einigermaßen gesichert zu sein, ließ ich die ziemlich hohen Jalousie­vorhänge ringsum in zwei Teile getrennt aufhängen, sodaß die untere Hälfte stets herabhing, die obere aber meist offen bleiben konnte und nur, wo es nötig war, gegen stärkeren Regen oder Sonnenschein herabgelaßen wurde.

Am 1. Dezember 1903 siedelte ich von Songi aus in das neue Haus über. Zum Bereiten und Einnehmen meiner Mahlzeiten fügte ich noch ein kleineres Samoahaus hinzu, das Anfang 1904 fertig wurde.

Das Eingeborenen-Personal des Observatoriums war, wie erwähnt, während des Bauens etwas verstärkt worden und wohnte nebst meinen beiden persönlichen Dienern in dem größeren der beiden seinerzeit Vorgefundenen Samoa- Häuser. Da dies nicht übermäßig geräumig war, ließ ich zumal das enge Zusammenleben der verschiedenen Familienzweige nicht immer ohne kleinere ge­legentliche Verstimmungen ablief die vordere Grenzeinfriedigung ein wenig hinausrücken und dort, nahe dem mit einem Drehkreuz und einer verschließbaren Einfahrt versehenen Observatoriumseingang ein Pförtner-Häuschen errichten, sodaß nun ausreichend Platz für alle war.

(>. Einrichtungen eines meteorologischen Stiitionsnetzes.

Der Kais. Gouverneur, Herr Dr. Solf, hatte während seines Urlaubs im Jahre 1902 eine Auswahl von meteorologischen Instrumenten von Berlin nach Samoa gesandt, um hier zum besten des seiner Verwaltung unterstehenden Schutzgebietes ein Netz von Stationen zu begründen. Außer älteren, von Missionaren angestellten Beobachtungen deren Bearbeitung und Veröflentlichung