44
HERMANN WAGNER
Von den beiden magnetischen Registrier-U hrwerken zeigte besonders das eine häufige Störungen, weshalb ich es wiederholt zu dem Uhrmacher Hammreel in Apia, und wenn dieser durch Krankheit verhindert war, zu dem früheren Uhrmacher und damaligen Polizei-Vorsteher, Herrn Fries, schaffen mußte, der diese Arbeit ans Gefälligkeit übernahm. Diese Uhrwerke, ebenso wie das Triebwerk des Seismographen und anderes nach Apia zu transportieren, wäre mir nicht möglich gewesen, ohne einen Wagen und die dazu nötigen Zugkräfte zu halten. Dem eingeborenen Personal konnte ich diese delikaten Instrumente nicht wohl zum Tragen überlassen, und im Boot derartige Sachen nach Apia zu befördern, war, auch wenn kein Regenwetter herrschte, des Seeganges wegen ausgeschlossen; denn dieser war an der in Betracht kommenden Landungsstelle in Apia, der Bismarckbrücke, oft so stark, daß selbst die Kriegsschiffsboote dort bisweilen kenterten.
Die Schwierigkeiten, welche mir die magnetischen Beobachtungen bereiteten — und welche den späteren Beginn, die vielfachen Unterbrechungen und im ganzen wenig befriedigende Ergebnisse bewirkten — habe ich der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in einem besonderen Berichte vom 12. Juni 1904 eingehend dargelegt. Daß ich sie nicht schon früher geschildert hatte, lag daran, dass dadurch für diejenigen Hemmnisse, die in meiner unzureichenden Ausbildung in der Handhabung der betreffenden Instrumente ihren Ursprung hatten, eine Abhülfe nicht zu erwarten stand, indem ein beschleunigtes Einarbeiten bei solchen Instrumenten wohl nur an der Hand eingehender persönlicher Unterweisung seitens der damit völlig vertrauten Männer möglich ist. Überdies wäre die Hervorhebung dieser Schwierigkeiten im Jahre 1903 den damals begonnenen Verhandlungen über die Fortdauer des Observatoriums vermutlich wenig förderlich gewesen.
5. Erweiterung der Baulichkeiten.
Um mich den Arbeiten des Observatoriums zu jeder Tagesstunde widmen zu können, wurde es erforderlich, meinen Wohnsitz dorthin zu verlegen, da das mehrmalige Hin- und Hergehen von Songi aus täglich einen nicht unbeträchtlichen Verlust an Zeit und Energie bildete. Ich ließ mich hierin auch durch den Umstand nicht beirren, daß, da die Verhandlungen über den Fortbestand des Observatoriums noch schwebten, der hohen Kosten wegen an die Errichtung eines festen Gebäudes, wie es der Fremde auf Samoa zu bewohnen pflegt, auf dem Observatoriums-Grundstück vorerst nicht zu denken war, und daß ich mich vielmehr mit den Eingeborenenhütten zu begnügen hatte, obwohl mir allerdings Herr Dr. med. Funk, der seit mehr als 20 Jahren auf Samoa wohnte, besonders für die Regenzeit entschieden hiervon abgeraten hatte, zumal auch ich einige Male unter klimatischen Affektionen vorübergehender Art zu leiden hatte.
Nachdem ich also das im Februar 1903 zusammengebrochne Nebenhaus wieder errichtet hatte, liess ich es durch Anbringung einer aus Bambus- und